Play for a better tomorrow, Part II

Weiter gehts mit dem 2. Teil der Simbabwe Rugby Tour. Steigen wir am besten auch gleich in den 2. Tag des Rugby Festivals ein.
Der große Augenblick war gekommen, das erste planmäßige Spiel stand an und das war auch gleich ein richtiger Brocken, im wahrsten Sinne des Wortes. Unsere ersten Gegner war die Jungs vom St John’s College, dieses gilt als das 2. beste Schulrugby Team aus ganz Simbabwe.


Unsere Jungs haben echt ihr Bestes gegeben, aber am Ende mussten wir mit einer hohen Niederlage leider zu geben, dass dieses Team momentan einfach eine Nummer zu groß für uns ist. Doch sich dies einzugestehen war gar nicht so einfach, monatelang haben die Jungs täglich so hart für dieses Event trainiert und das sollte der Lohn dafür sein?
Für mich persönlich war die Niederlage nicht halb so schlimm, wie die Tränen in den Augen der Jungs.

Um so wichtiger war es, dass wir jetzt Stärke zeigten und versuchten sie wieder aufzubauen. Immerhin standen noch mindestens 2 weitere Spiele an.
Glücklicherweise waren wie wieder dafür genau am richtigen Ort, die Stimmung des Festivals half uns, das Feuer der Jungs wieder zu wecken und sie daran zu erinnern wofür wir hier sind. Außerdem sind sie es vom Rugby natürlich gewohnt, “zu fallen” und wissen, nur wer einmal mehr auf steht kann gewinnen. So haben wir den restlichen Tag damit verbracht andere Spiele anzusehen, die Stimmung aufzusaugen und daraus Energie zu ziehen.

An dieser Stelle möchte ich auf eine Situation noch etwas genauer eingehen: Die Spiele die auf dem großem „Hauptplatz“ gespielt wurden, waren immer sehr gut besucht und wir haben uns einfach dahin gesetzt, wo wir noch Platz gefunden haben. Eines der Spiele saßen wir neben einer Gruppe von Eltern, die ihre Jungs beim Rugbyspielen mit lauten Rufen angefeuert haben und ihrer Freude bei jeder gelungenen Aktion vollen Ausdruck verliehen haben. In Deutschland denkt man jetzt vielleicht ‚Ja das ist doch ganz normale Freude, wenn die Kinder etwas gut machen‘, doch für unsere Jungs war das sehr besonders. Die meisten Eltern der Jungs sind noch nie zu einem Spiel gekommen, um ihre Kinder anzufeuern und zu unterstützen. Viele Eltern haben ihre Kindern noch nie Spielen gesehen. Das liegt natürlich an vielen verschiedenen Gründen, aber einer der Hauptgründe ist, dass der Sport den meisten Eltern eher ein Dorn im Auge ist, da er die Kinder in ihren Augen lediglich von der Schule ablenkt und gegebenenfalls davon abhält, für die Familie zu arbeiten.

Auch der nächste Tag sollte die Jungs nochmal von dem vorher gegangenem Spiel ablenken und neue Eindrücke schaffen. So haben wir diesen Tag genutzt, um uns Simbabwes Hauptstadt Harare etwas genauer anzusehen, bei anderen Rugbyspielen jede Stimmung aufzusaugen und natürlich eine lockere Strategie/Spielplan Trainingseinheit zu absolvieren.

Zu der Stadt an sich kann ich auf jeden Fall sagen, dass es die „europäischste Stadt“ ist, die ich in Afrika bis jetzt gesehen habe. Es gibt viele moderne Hochhäuser, Malls und eine sehr gute Infrastruktur. Ich muss allerdings auch sagen, dass die Spaltung zwischen arm und reich dadurch auch sehr extrem wirkt. Es gibt eben diese „modernen Ecken“ aber auch total runtergekommene Viertel mit viel Armut.

Am 3. Mai spielten wir dann unser 2. Spiel gegen die Heimmannschaft, Prince Edward. Die Erste Hälfte sah sehr gut aus und endete 0:0. Die 2. Hälfte sah leider etwas anders aus, unsere Jungs waren kaputt vom defensiv Spiel der 1. Hälfte und mussten so 3 Trys zulassen. So verloren wir leider auch unser 2. Spiel. Dennoch waren eindeutige Verbesserungen zu sehen.

Eins war sicher, jede Möglichkeit von Spielpraxis muss genutzt werden, denn genau das ist es, was den Jungs aus Sambia fehlt. Deshalb haben wir uns für den nächsten Tag als Reserve Team aufstellen lassen und hofften darauf, das ein anderes Team absprang, um eine weitere Erfahrung mitnehmen zu können. Tatsächlich hatten wir Glück und konnten am frühen Nachmittag gegen das Glen View Team spielen und endlich ging unser Plan auf! Die Jungs spielten völlig befreit ihr bestes Rugby und nutzen ihre Schnelligkeit gegen die schweren Spieler aus. Am Ende gewannen wir 22-05 und die Gesänge und Tänze unsere Jungs waren ein Bild purer Freude, dass ich niemals vergessen werde.

Eine weiter sehr viel weniger schöne Erfahrung, aber genauso unvergesslich, ereignete sich noch am selben Abend. Bevor wir schlafen gingen, saßen wir wie jeden Abend noch zusammen und unterhielten uns, doch diesmal ging es um sehr ernste Themen: jeder der Jungs erzählte “seine Geschichte”, wie ihr Leben bis hier her verlaufen ist, vor allem über die schwierigen Zeit und wie sehr ihnen Rugby geholfen hat.
An dieser Stelle möchte ich überhaupt nicht zu sehr ins Detail gehen, da die Geschichten alle sehr privat waren. Aber ich kann euch sagen, dass es eine der herzzerbrechendsten Momente meines Lebens war, diese starken Jungs, die eben noch auf dem Feld standen und so frei und glücklich wirkten, nun zu sehen, wie sie weinend von den dunkelsten Zeiten ihres Lebens erzählten. Ich kannte sogar schon die eine oder andere Geschichte, die mir der Coach erzählt hat, aber aus dem Mund der Kids ist das natürlich nochmal was ganz anderes. Noch immer bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, noch immer kann ich nicht fassen, was diese Jungs schon durchgemacht haben und gleichzeitig bin ich so stolz, dass sie nicht abgestürzt sind, oder wenn sie es schon waren, es irgendwie wieder rausgeschafft haben. Nein, nicht irgendwie, dank dem Coach, der sich so sehr für sie einsetzt, dank dem Team, dass sie vom falschem Umgang fern hält und dank Rugby, was ihnen ein klein wenig Unbekümmertheit, Zeit ohne Probleme verschafft.

Das letzte Spiel stand am nächsten Tag gegen das Ryding College an. Leider waren zu diesem Zeitpunkt schon einige Spieler verletzt und da wir mit einem kleinen Team angereist sind, hatten wir auch nicht genug Auswechselspieler. Trotzdem, aufgeben kam nicht in Frage.
Die erste Hälfte lief super, wir waren die klar dominierende Mannschaft und konnten sogar mit 3 Punkten Führung in die Pause gehen. In der Zweiten Hälfte dagegen wirkten die Jungs fast zu locker und selbstbewusst, sodass viele Flüchtigkeitsfehler dazu führten, dass letztlich doch das Ryding College gewann.

Ich denke dies war eine wichtige Lehre für die Jungs: unterschätze niemals einen Gegner!
Und so endete das Turnier für uns. Mit 3 Niederlagen, einem Sieg, vielen wichtigen
Erkenntnissen und natürlich auch nicht zu vergessen: einer Woche ohne Alltagsprobleme und dafür umso mehr wundervolle freudige Momente.

Und für mich ganz persönlich rückblickend, eindeutig meine schönste aber auch lehrreichste Woche, während meines ganzen Freiwilligendienst.

Nochmals es kann nicht oft genug gesagt werden: vielen vielen dank, an alle die mir gespendet haben oder auch direkt an den Verein gespendet haben, wie beispielsweise Niklas Dietrich, sozusagen mein “Freiwilligenvorgänger”, der von Deutschland aus, durch Spendensammeln, sehr viel zu der Ermöglichung dieser Woche beigetragen hat.

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Vielen Dank, es war unglaublich!

 

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Abschied

Eigentlich müssen wir doch froh sein, dass wir etwas haben, was die Verabschiedung so schwer macht..

Mit unserem letzten Turnier, von dem ich euch im letzten Blogpost berichtet habe, begann auch schon unsere letzte Woche und somit das Verabschieden.

Wenn man es genau nimmt, ging das für mich sogar schon vorher los. Mein Projektpartner Immo musste nämlich eine Woche früher abreisen, da er am 1. August schon mit seiner Ausbildung begonnen hat. So kam es auch dazu, dass die Verabschiedungen schon eine Woche vor dem Turnier begann. An der Nekacheya haben wir nämlich jede Klasse nur ein mal pro Woche, also hieß es am Montag schon von Klasse 2,5 und 6 Verabschieden. Wir haben die letzten Stunden sehr frei und spielerisch gestaltet, da wir einfach mit einer schönen Stunde enden wollte. Zusätzlich haben wir auch nochmal meine Musikbox mitgebracht, den wenn hier was ein Gute-Laune-Garant ist, dann Musik. Alle Stunden waren sehr schön und abschließend haben wir mit jeder Klasse noch ein Foto gemacht (welches ich ihnen dann eine Woche später zu meiner letzten Stunde, ausgedruckt mitgebracht habe) und jedes Kind hat als kleines Dankeschön eine Süßigkeit von uns bekommen. Am Mittwoch haben wir dann das Gleiche mit den restlichen Klassen gemacht.

Am nächsten Tag gab es dann nochmal ein kleines Highlight. Wir sind mit der 7. Klasse in den Krokodil Park gefahren. Dort gab es eine Führung und wir haben uns Schildkröten, Schlangen und eben auch Krokodile angeguckt. Die Resonanz der Schüler war super und vor allem als die Kids neugierig Fragen gestellt haben, war mir klar, dass sich dieser Ausflug gelohnt hat.

 

Ich hatte das Gefühl, dass sich die Verabschiedungen die ganze Woche über aufgebaut haben und dann am Freitag am Höhepunkt angekommen sind.

Morgens sind Immo und ich wie jeden Freitag zur Acacia gefahren und haben dort erst Sportunterricht gegeben und dann der wöchentlichen Assembly beigewohnt. Wie jeden Freitag gab es eine kleine Aufführung von Schülern einer Klasse und danach die Zertifikate für den “Pupil of the week” aus jeder Klasse. Bevor jedoch der Abschluss durch das Singen der Nationalhymne eingeleitet wurde, kam der Sportkoordinator nach vorn und hat eine kleine (Dankes-)Rede für Immo gehalten und ihm unteranderem eine sehr große und süße Karte überreicht, auf der Texte und gemalte Bilder von jedem einzelnen Kind aufgeklebt waren.

Auch Immo hat dann eine kleine Dankesrede gehalten und nach der Nationalhymne haben wir auch hier Süßigkeiten an jedes Kind ausgeteilt.

Danach ging es aber noch weiter, wir waren nämlich zu unsere Abschiedsparty an der Nekacheya eingeladen. Dort haben sie extra für uns den Grill angeschmissen, ihre besten Stühle aufgereiht und für uns einen Tisch gegenüber von allen aufgestellt. Neben dem Essen wurden auch Reden von der Elternvertretung, der Schulleiterin und dem Sportmaster gehalten, zwischendurch wurde immer eine kleine Sportübung oder eine Tanzeinheit eingebaut.

Die Feier war super herzlich, auch wir haben natürlich Dankesreden gehalten und zum Schluss haben alle Lehrer ein “Abschieds-Song” gesungen und kamen einzeln vor, um sich von uns zu Verabschieden, alles gute zu wünschen und uns ein letztes mal in die Arme zu schließen.

Es war wirklich eine sehr sehr schöne Feier, die ich nie vergessen werde und die mir vor allem gezeigt hat, wie sehr man unsere Arbeit geschätzt hat.

Die Woche darauf war etwas komisch für mich genauso wie für Schüler und Lehrer. Viele waren verwirrt, da sie nach unserem Abschied dachten, dass Immo und ich schon in Deutschland sind, andere wussten nur nicht wann den jetzt mein letzter Tag ist und um ehrlich zu sein, ich wusste es selbst nicht so richtig. Da wir an einem Mittwoch geflogen sind, wäre eigentlich der Freitag davor mein letzter Arbeitstag gewesen, da wir die letzten Tage dafür haben sollte, uns von unseren Freunden zu verabschieden und natürlich zu packen.

Am Freitag fand an der Acacia allerdings ein Science Event statt, sodass der Sport an diesem Tag ausfiel und an der Nekacheya haben wir ja Freitags eh keinen Unterricht.

Der Donnerstag davor wurde allerdings kurzfristig als Feiertag ausgerufen, da in Lusaka (der Hauptstadt) Wahlen stattfanden (was auch immer das mit Livingstone zu tun hat, aber Feiertage hier in Sambia sind eh so ein Thema für sich). Blieb also noch Mittwoch, an der Acacia fand an diesem Tag das Interhouse Turnier statt, dies bedeutete den kompletten Tag keinen Unterricht, nur Sportwettkämpfe. Perfekt dachte ich mir, ein Tag den ich nochmal voll nutzen kann, die ganze Zeit auf dem Feld mit den Kids und bei der Ergebnisverkündung, kann ich ja dann meine Abschiedsrede halten. Aber: 1. kommt es anders und 2. wie man denkt. Denn ich habe durch die kurzfristige Ankündigung, dass Donnerstag keine Schule ist, vorher niemandem so richtig Bescheid gesagt, dass ich dieses Sportevent gern nutzen möchte, um mich zu verabschieden. So wussten natürlich weder die Kids, noch die Lehrer Bescheid und allen Leuten, denen ich von meinem Plan erzählt habe, waren nicht so begeistert, da sie sich “richtig” von mir verabschieden wollten. Dazu kam noch, dass sich die Spiele etwas verzögert haben, einige Eltern aber die Kids pünktlich abholen wollten, sodass am Ende nicht mehr alle Kinder da waren, es keine Ergebnisverkündung gab und somit auch keine Möglichkeit für mich, mich von allen zu Verabschieden.

Das verlängerte Wochenende hatte ich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon verplant, sodass ich entschloss am Montag nochmal zur Acacia zu fahren, um mich zu verabschieden. Das praktische war nämlich, dass wir am Nachmittag die 1. Stunde eh die gesamte Schule (Klasse 1-7) auf dem Sportplatz hatten, also hat quasi nur die Vorschulklasse gefehlt. Aber da bin ich einfach etwas früher gekommen und habe mich bei denen nochmal zu den Unterricht dazugesellt.

Auch wenn ich leider nicht die Möglichkeit hatte, mich wie Immo bei einer Assembly zu verabschieden, bin ich doch sehr froh nochmal in die Schule gegangen zu sein. Da dann auch die Kids Bescheid wussten, habe auch ich noch eine Riesen Karte mit Bilder und Texten bekommen. Von den Lehrerinnen habe ich sogar einen selbstgeschneiderten Chitenge-Rock erhalten und konnte einfach nochmal einen letzten Tag an der Schule genießen.

Einen Tag später stand mir die schwerste aller Verabschiedungen bevor: Ich musste mich von meiner Sambischen Familie, den Rugby Jungs verabschieden. Am Nachmittag wurde ich unter einem Vorwand vom Rugbyclub weggehalten, um mich dann unter einem anderen Vorwand doch noch zum Club zu locken. Die Jungs haben die Wand mit einem “Goodbye Michelle” Plakat verziert und es wurde ein Grill organisiert. Jeder einzelne hat eine kleine Rede gehalten und die eine oder andere Träne kullerte. Wir haben gemeinsam gegessen und nachdem ich mich wieder etwas gesammelt habe, habe auch ich meine Dankesrede gehalten, wobei ich auch hier nicht all zu weit gekommen bin, da ich sonst wieder angefangen hätte zu flennen, weshalb ich schnell dazu übergegangen bin, meine kleinen Abschiedsgeschenke zu verteilen: Jeder bekam Fotos von sich beim Rugby spielen und mit mir in Simbabwe (worüber sie sich so unendlich gefreut haben, dass mein Herz mal wieder aufgeblüht ist, wie sonst was). Außerdem ein Holz Nashorn (für die Livingstone Rhinos).Die Idee dafür kam mir auch in Simbabwe. Dort haben alle größeren Teams immer ein Maskottchen aufgestellt, während sie spielten. Nun haben auch meine Jungs ein Maskottchen, dass ihnen hoffentlich noch auf vielen Turnieren Glück bringen wird. Zusätzlich soll es sie daran erinnern, dass ich immer an sie glaube, ihnen alles Gute wünsche und mich natürlich ganz doll bei ihnen bedanke, für alles was sie mir beigebracht haben und jede Sekunde die wir zusammen verbringen durften.

RUGBY BOYS

Die letzten Fotos mit meinen Rugby Jungs

Die jüngere mussten natürlich gehen, als es dunkel wurde und die Zeit des Abschiedes war gekommen, es war unglaublich hart und bevor ich mich wieder zu den älteren an den Grill stellen konnte, brauchte ich erstmal einen Moment für mich. Aber heute 4 Wochen nachdem ich in Berlin angekommen bin, kann ich euch sagen, dass ich glücklicherweise durch den Coach weiterhin Bilder und Videobotschaften von den Jungs bekomme (die selbst keine Smartphones haben) und so weiter zumindest ein kleines bisschen das Gefühl habe, weiterhin dabei zu sein. (Leider habe ich von meinen aller letzten Tage keine Fotos, da ich einfach jeden Moment genossen habe und nicht daran gedacht habe, Fotos zu machen)

Das war es also. Mein Abenteuer Afrika ist vorbei, wobei Abenteuer auch das falsche Wort ist, momentan fühlt es sich noch eher so an, als hätte ich mein Leben hinter mir gelassen. Aber irgendwie ist es ja auch so. Naja auch wenn ich weiterhin Kontakt nach Livingstone haben werde, heißt es jetzt auch nach vorne Blick und versuchen wieder in Deutschland anzukommen. Viel erleben, viele (neue) Eindrücke aus der (alten) Heimat sammeln, das hilft mir momentan. Außerdem neue Ziele setzten, hoffentlich bald wieder mehr zu tun haben und wieder was bewirken, das brauche ich jetzt. Im Oktober beginnt mein Studium, bis dahin ist allerdings noch eine Menge Zeit.

Ich werde definitive noch weitere Blogposts schreiben, da ich noch einiges an Erfahrungen zu teilen habe, also falls ihr noch interessiert seid, schaut einfach bald wieder vorbei. (Der 2. Teil vom Rugby Turnier in Simbabwe ist auch endlich fertig geschrieben und wird demnächst hochgeladen.)

Bis dahin, alles Liebe

eure Michelle

Lets end with a boom

Ich bin in Deutschland.. seit Anfang August bin ich wieder zurück in meiner Heimat Berlin. Ich kann es immer noch nicht glauben, mein Leben in Sambia soll echt vorbei sein. Natürlich gab es Dinge, beziehungsweise Menschen auf die ich mich hier sehr gefreut habe und worüber ich auch froh bin sie nun wieder an meiner Seite zu haben, doch genauso gibt es eben auch in Sambia Menschen die ich unglaublich gerne bei mir hatte. Es ist nicht ganz leicht hier wieder neu anzufangen, aber dazu werde ich demnächst noch mehr schreiben. Zuerst kommt allerdings noch der eine oder andere Beitrag über meine Zeit in Sambia. Auch in den letzten Wochen ist nämlich wieder einiges passiert, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Nach den Osterferien hat in Sambia das 2. Schulterm gestartet, es war Immos und mein 3. Term und somit auch unser letztes. Außerdem war es echt mit Abstand unser eventreichstes Schulterm. Wir hatten vielleicht 2 Wochenenden, an denen nichts schulisches anstand. So stressig wie es auch war, genauso sehr habe ich auch alle Events genossen.Es hat mir das Gefühl gegeben, meine (leider) letzten Wochen richtig zu nutzen und vollkommen auszukosten. Abgesehen von den Wochenenden an denen oft größere Events anstanden, hatten wir auch unter der Woche viele Freundschaftsspiele, unter anderem mit Schulen von den anderen Freiwilligen, aber auch mit dem Rugby Club und anderen Schulen aus Livingstone.

Da Bilder meist mehr sagen, als 1000 Worten und sich vor allem die Freundschaftsspiele, vom Ablauf her natürlich oft geähnelt haben, werde ich davon hier nun ein paar Bilder einfügen. Danach gehe ich dann etwas mehr auf meine persönlichen Highlights ein.

Eines meiner Lieblingsevents in diesem Term entstand durch eine Kooperation zwischen dem Livingstone Rhinos Rugby Club und der Nekacheya School.
Wie ich schon mal in einem älteren Blogpost erwähnt habe, gibt es in Livingstone eine kleine Tag Rugby League, in der die Community Clubs ca. 1-2 mal im Monat gegeneinander spielen. Einige der Jungs, mit denen ich in Zimbabwe war, sind selbst Young Leaders/Coaches der Community Clubs, weshalb ich auch fast immer dabei bin und das Event unterstütze, oder auch einfach die super Stimmung genieße.
Dieses Term habe ich es auch endlich geschafft, mein eigenes Team zu einem Tag Rugby Turnier mitzubringen. Einer der Coaches vom Rugby, hat mich eine Woche lang unterstützt, den 3. Klässlern Tag Rugby beizubringen. Eine Woche war natürlich nicht viel Zeit, um eine neue Sportart zu erlernen, vor allem nicht für 3. Klässler, dennoch haben sich die Kids super geschlagen. Am Ende konnten wir ein Team zusammenstellen, dass an einem ganz besonderen Tag Rugby Turnier teilgenommen hat. An diesem Samstag waren wir nämlich nicht die einzigen Ehrengäste, es kamen zusätzlich 2 weitere Teams aus Zimbabwe, um an der League teilzunehmen.

Vor dem Turnier haben wir noch eine schnelle Trainingseinheit eingelegt, in der wir den Kids nochmal die 2 wichtigsten Regeln eingeflößt haben: RUN FORWARD, PASS BACKWARDS.
Schon beim Aufwärmen wurde klar, dass die anderen Teams natürlich sehr viel mehr Erfahrungen hatten, aber wir ließen uns davon nicht einschüchtern. Schließlich geht es wie immer darum Spaß zu haben.

Die Spiele begannen und wie zu erwarten, waren wir leider unterlegen. Trotzdem war die Stimmung super und die anderen Teams haben uns sogar mit Fangesängen unterstützt. Für die letzten beiden Spiele, haben wir uns dann ein paar Spieler vom Rugby Club ausgeliehen, wodurch wir sogar gewinnen konnten. Die Kids haben den Tag sehr genossen und am Ende haben wir sogar eine Rede von einem der Zimcoaches bekommen, der unsere Leistung für eine Woche Training sehr gelobt hat. Für mich persönlich war es ein wundervoller Tag, weil meine zwei liebsten Welten (Schule und Rugby Jungs/Club) aufeinander trafen und es super geklappt hat.

Ein weiteres Highlight war das Rugby und Netball Festival an der Acacia. Es war das erste große professionelle Sportfestival an der Acacia. Als der Coach das erste Mal die Idee gegenüber der Schulleitung und dem Board geäußert hat, haben diese sogar gezweifelt, ob die Schule überhaupt schon so weit ist, so ein großes Festival auszurichten. Doch am Ende hat sich viele Arbeit und Beständigkeit doch ausgezahlt: das Festival verlief super. Insgesamt kamen 4 Rugby Teams. Diese Jungs haben 7s (sieben in einer Mannschaft) Kontakt Rugby gespielt und 5 Netball Teams, unter anderem auch eins von der Nekacheya-School. Leider konnten wir keine Jungs für Kontakt Rugby bringen, da der Platz an der Nekacheya durch Sand, Steine und sogar Glasscherben, kein Kontakt Rugby Training zulässt. Trotzdem sind unsere Jungs bis zur Acacia gelaufen, um unsere Mädels anzufeuern.
Beide Sportarten wurden gleichzeitig auf zwei benachbarten Feldern gespielt, sodass alle Zuschauer leicht switchen und quasi beides gleichzeitig verfolgen konnten. Dadurch kam eine super Stimmung auf. Vor allem die spannenden Rugby Spiele der Jungs haben die Eltern zu Höchstleistungen im Anfeuern und Mitfiebern angetrieben.

 

Solch eine Stimmung hat man hier in Livingstone bei Sportevents leider selten, denn meist machen die Kids zwar durch Gesänge gute Stimmung, Eltern sieht man jedoch meist nur bei Sportevents der Acacia (International School). Das die Acacia Jungs und Mädels beide den 2. Platz gewinnen konnten hat zusätzlich zur Stimmung beigetragen.

An dem Turnier haben neben Clubs und Schulen aus Livingstone auch eine Schule aus Bulawayo, Zimbawe teilgenommen. Sie hatten eine eine Anfahrt von ca. 8 Stunden. Sie übernachteten zwei Nächte bei Gastfamilien. Für diese Schule wurde nach dem Turnier ein Programm organisiert, dass unter anderem den Besuch der Viktoria Falls beinhaltete. Gemeinsam mit dem Acacia School und Petra Rugby-School und Netball Teams, sind sie zu den Victoria-Falls gefahren und haben dort ca. 1,5h verbracht, bevor es zurück zur Schule ging. Dort endete der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit einer Diashow.

Zum Ende des 2. Schulterms standen ausserdem an beiden Schulen Interhouse Wettkämpfe an. Zwei Mal das gleiche Prinzip: die Schüler werden in Teams aufgeteilt und treten in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander an und sammeln dabei Punkte für ihr Team, zwei mal komplett verschieden umgesetzt.

Fangen wir chronologisch an, nämlich mit der Nekacheya, hier wurden die Schüler in 4 verschiedene Teams eingeteilt: rot, grün, blau und gelb. Die Schüler traten ausschließlich in Einzelwettkämpfen an und auf dem Programm standen Disziplinen wie: Sprint, Langstrecke, (afrikanischer) Hochsprung, aber auch Eierlauf und Sackhüpfen für die jüngeren. Immo wurde als Starter eingeteilt und ich habe (wie immer, weshalb ich übrigens auch nur wenig Fotos von mir selbst in Action habe) fotografiert und die Ergebnisse notiert. Auch wenn es zwischenzeitlich sehr chaotisch war, da sich ca. 350 Kinder auf dem Platz befanden, war die Stimmung dafür um so besser, es wurde ordentlich angefeuert und mitgefiebert. Am Ende gab es eine Preisverleihung, bei der jede Punktleistung verlesen wurde, der “Haus-Leiter” einen Pokal für das Team entgegengenommen hat und zusätzlich wurden die 3 Besten individuellen Athleten gekürt und bekamen eins von Immo gesponserten Sport-Schulshirts. Außerdem bekam das Team, welches sich am Besten verhalten hat, einen Pokal. (Hier eine Dia-Show mit Fotos. Es sind ziemlich viele, also wenn ihr Interesse habt, klickt euch gern mal durch.)

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An der Acacia wurden die Schüler (auf Grund der geringeren Schüleranzahl) nur auf 2 Teams aufgeteilt und es wurde in den Sportarten Fußball, Touch Rugby, Netball und Hockey um Punkte für ihr Team gekämpft. Hierbei standen zwar weniger Schüler am Feldrand und haben angefeuert, dafür kamen allerdings Eltern und haben mit angefeuert. Den ganzen Tag über blieb es spannend, welches Team gewinnen würde, da beide sehr ausgeglichen waren und abwechselnd gewannen.
Was mir hier besser gefallen hat, ist das wirklich jeder eine Chance bekommen hat, sogar mindestens an zwei Sportarten teilzunehmen. Durch die Schüleranzahl und den Einzelmodus war dies an der Nekacheya leider nicht der Fall, dafür gab es an der Acacia leider keine Siegerehrung, da die Spiele sich etwas verzögert haben und einige Eltern dann auch schnell nach Hause wollten.
Insgesamt waren es allerdings beides sehr schöne Tage und es war sehr spannend und schön die gesamte Schule auf unserem Lieblingsort, dem Sportplatz versammelt zu sehen.

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Als letztes möchte ich euch noch von 3 Turnieren erzählen, die von uns Freiwilligen organisiert wurden.
Das erste war ein Girls Sports Day, an dem 5 Mädelteams mit jeweils 12 Mädchen teilgenommen haben, alle Teams sind einen Zirkel durchlaufen, in dem sie jeweils 45min eine (neue) Sportart ausprobiert haben: Basketball, Tag Rugby, Netball, Handball und Fußball. Zwischendurch gab es noch Snack Pause mit Bananen und Orangen und eine Lunch Pause in der es klassisch Nshima mit Bohnen und Kohl gab. Dies war wohl das einfachste und entspannteste “Turnier”, dass wir organisiert haben, da wir uns bewusst für Qualität über Quantität entschieden haben. Deshalb wurden auch “nur” 5 Teams eingeladen. Alles verlief ohne Probleme und die Mädels hatten viel Spaß neue Sportarten auszuprobieren.
Unser zweites Turnier war ein 2 Tagesturnier Fußballturnier für U12 Jungs Teams. Insgesamt kamen 6 Schulteams mit jeweils 13 Jungs die wir auf 8 neue Länderteams aufgeteilt haben. Wir haben die Jungs bewusst durchgemixt, da wir nicht nur Fußballqualitäten teste, sondern auch Sozialfähigkeiten, wie Kommunikations- oder Teamfähigkeit fördern wollten. Zusätzlich hatten die Jungs durch das Übernachtungskonzept auch genug Zeit, sich kennen zu lernen und aufeinander einzustellen.
Das Turnier wurde als Mini-WM mit Gruppenphase und Finales gespielt. Am ersten Tag haben die Jungs die Gruppenphase gespielt und sind dann als Überraschung noch gemeinsam mit zwei meiner Mitfreiwilligen ins Captiol Theater gegangen. Dort wurde eines der WM-Spiele geschaut. Wie mir von meinem Projektpartner Immo berichtet wurde, haben die Kids sich sehr gefreut und laut mit gefiebert.
Auch der zweite Tag verlief sehr gut und alle Beteiligten haben das Turnier sehr genossen.

Ich selbst konnte leider nur am ersten Tag die Gruppenphase miterleben, da zu diesem Zeitpunkt meine zwei besten Freundinnen zu Besuch waren und dies (durch Arbeit/Uni + Flugverspätung) nur für 4 Tage. Ich wollte Ihnen natürlich auch noch andere Aspekte meines Lebens/ 2. Zuhauses zeigen. Auch wenn die Zeit sehr kurz, war bin ich sehr dankbar, dass die beiden vorbeikommen konnten und ich ihnen mein 2. Zuhause zeigen konnte. Ich bin mir sicher, dass sie mich jetzt sehr viel besser verstehen können, wenn ich in Deutschland von meinen Erlebnissen berichte. Zusätzlich hatten sie auch eine unvergessliche Zeit hier, wie sie mir versichert haben. Aber wie könnte man sich auch bei Safari (mit Elefanten, Krokodilen, Löwen, Nilpferden, Leopard etc.), Zipline über den Victoria Falls, Giraffen und Zebras im 5 Sterne Hotel gesehen und natürlich Besuch meiner zwei Schulen, Fußballturnier, Afrikanisches Nachtleben und, und, und, beschweren? Ja, wir haben die paar Tage die wir hatten, echt voll ausgenutzt.
Unser letztes Turnier war ein Fußball Turnier für U12 Jungs, U14 Jungs und Mädchenteams. Insgesamt hatten wir 18 Teams, die um den SOS Cup gespielt haben.
Die Teams haben erst in Gruppenphasen gespielt und dann um Platzierungen, alles in ihrer Altersklasse. Bei der Erstellung der Spielpläne haben wir darauf geachtet, dass alle Teams mindestens 4 x Spielen, sodass auch jeder auf seine Spielzeit kommt.
Von Turnier zuTurnier konnten wir immer mehr Erfahrungen sammeln und so wurde auch die Turniervorbereitung immer einfacher, da sich schon alles eingespielt hat.
Das Turnier war ein schöner Abschluss für unser Freiwilligenjahr und hat alles perfekt abgerundet, denn vor genau einem Jahr haben wir auf diesem Turnier unserer Vorgänger, unseren 2. Tag in Sambia verbracht.

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Leider konnte ich einige Fotos wegen technischer Probleme nicht hochladen, falls ich das Problem irgendwie lösen kann, werde ich das in einem der nächsten Beiträge nachholen.

Aber jetzt wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende.

Michelle

Play for a better tomorrow

Mit der Ankunft zurück in Sambia ging eine Woche voller Emotionen, hoch und tief, unendliche Freude und tiefste Trauer, Sieg und Niederlage, zu Ende.

Trotz allem auf und ab war es auf jeden Fall einer der besten, wenn nicht sogar die beste Woche, die ich hier erleben durfte. Ich habe so viel gelernt und werde jetzt versuchen das alles irgendwie in Worte zu fassen.

Am besten beginne ich einfach mal da, wo ich im letzten Blogpost (mittlerweile schon etwas her) aufgehört habe: Die Schulen haben zwei Woche, bevor wir losgefahren sind, geschlossen, sodass wir sehr viel mehr Zeit hatten und dementsprechend auch mehr trainiert haben. Die meisten Tage waren die Jungs von morgens bis abends auf dem Platz. Da ich an der Nekacheya vormittags Ferienprogramm angeboten habe, bin ich meist zur Mittagspause dazu gestoßen: rechtzeitig zum Skip Bo spielen, was, seitdem meine Mutter die Karten mitgebracht hat, fester Bestandteil unserer Tagesroutine ist. Die Jungs lieben das Kartenspiel zum Glück genauso sehr wie ich und haben jedes Mal schon darauf gewartet, dass ich mit den Karten komme.

Abgesehen vom Training und Kartenspielen, gehörte auch Fundraising zum täglichen Programm in den Wochen vor der Abreise. Leider war die Unterstützung der Community nicht so gut wie gehofft, sodass wir bis zum letzten Tag Spenden sammeln mussten.

An dieser Stelle auch nochmal VIELEN DANK an alle, die “mir” gespendet haben, denn ohne diese Spenden hätten wir überhaupt nicht auf das Turnier fahren können.

Am letzten Abend in Livingstone haben wir gemeinsam im Clubhaus gekocht und zu Abend gegessen. Die Jungs haben dann mit dem Co Trainer Brian im Clubhaus geschlafen. Ich bin nach Hause gefahren, um noch zu packen, da ich es im ganzen Stress vorher noch nicht geschafft hatte. Am nächsten Morgen habe ich mit dem Coach und dem Bus, der uns zur Grenze brachte, die Jungs am Clubhaus eingesammelt.
Dieser Bus war für 15 Personen gemacht und wir haben uns (klassisch afrikanisch) zu 20zigst plus Fahrer, Geldsammler, Rugby Equipment und einigen Reisetaschen Taschen hineingequetscht. An der Grenzen haben wir die Formulare für alle ausgefüllt. Auf der Simbabwischen Seite sind wir dann in den Bus gestiegen, der uns in die simbabwische Hauptstadt Harare bringen sollte.
Mit diesem Bus sind wir dann erstmal ca. 2h durch die Grenzstadt gefahren, da der Fahrer nicht nur zum Frühstücken zu Mutti gefahren ist, er hat auch noch einige Leute eingesammelt und irgendwo hingebracht, tanken mussten wir dann auch noch. An diesem Punkt musste ich feststellen, dass ich hier in Afrika zwar sehr viel gelassener geworden bin, aber das ging meinem deutschen Pünktlichkeits- und Pflichtbewusstsein dann doch zu weit. Wir haben den Bus schließlich für einiges an Geld gebucht.

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Schließlich sind wir dann doch nach ca. 16 Stunden in Harare angekommen, auch wenn es eigentlich als 12 Stunden Fahrt geplant war, ist es ja doch das Wichtigste, das wir heil angekommen sind. Auf halber Strecke gab es noch eine Überraschung für die Jungs und auch für mich: Der Coach hat Caps mit dem Team- Rhinologo und der jeweiligen Spielernummer für die Jungs anfertigen lassen, für mich stand MP anstatt der Spielernummer drauf. Die Jungs haben sich sehr gefreut und die Caps haben unser Turnieroutfit perfekt zusammengefügt.
Aufmerksame Leser fragen sich jetzt vielleicht warum wir trotz Schwierigkeiten beim Spendensammeln, überhaupt Caps und Hoddies haben anfertigen lassen.
An dieser Stelle möchte ich deshalb etwas mehr auf unsere Entscheidung eingehen. Dieses Turnier ist das größte Schulrugbyfestifal in der ganzen Welt, hinzukommt, dass das Schulsystem in Zimbabwe sehr viel besser ist, als das Sambische. Dementsprechenden sieht man auf dem Turnier quasi ausschließlich Mannschaften von sehr guten Schulen, die ein komplettes Rugbykit haben und meist auch darüber hinaus gesponsert sind.
Unsere Jungs hingegen besitzen so etwas nicht, ihrer Trikots sind Spenden, ohne Nummern auf dem Rücken, die Hosen und Socken aus anderen Spenden dazu gewürfelt. Allerdings können die Jungs auch nicht 7 Tage die Woche mit den gleichen Outfits rumlaufen, zu mal sie in den Sachen ja auch Rugbyspielen und sie somit schnell dreckig werden.

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Alle unsere Spieler kommen allerdings aus benachteiligten Familien, die meisten Essen höchstens 2x am Tag, da kommt ordentliche Kleidung natürlich zu kurz. Durch das Rugby und fleißige Spendender (Vielen vielen Dank auch noch mal an dieser Stelle an alle, die etwas gespendet haben!) haben die meisten Jungs nun 3-4 Sportshirts, allerdings nichts Einheitliches.
Deshalb kamen die Pullover und die Caps ins Spiel, so konnten wir gemeinsam einheitlich als Team über das Gelände laufen. Man muss sich auch bewusst sein, dass wir das Einzige Sambische Rugby Team dort waren und somit auch Sambia repräsentiert haben. Da ist es einfach sehr wichtig, einen guten Eindruck zu hinterlassen, um hoffentlich auch langfristige Beziehungen und vielleicht sogar Partnerschaften aufzubauen. Von dem Feedback, dass wir bekommen haben, denke ich, dass wir es geschafft haben unser Team gut zu präsentieren. Unser Coach und unser Captain wurden auch für das Simbabwische Fernsehen interviewt und bei der Abschlussfeier wurde unser Coach gebeten, eine kurze Rede zu halten.

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Hinzu kommt natürlich, dass dies ein (hoffentlich nicht) einmaliges Erlebnis für die Jungs war und sie so eine Woche komplett ihre Sorge und Probleme von zu Hause vergessen konnten, davon mal abgesehen ist es auch einfach eine super Erinnerung für die Jungs und etwas dass sie sich nach all dem Training wahrlich verdient haben.
Dies nur als kleine Erklärung, da wir schon beim Spendensammeln fragen bekommen haben, ob die Kleidung wirklich notwendig ist.

Also zurück zur Ankunft in Harare: Da wir mit einiger Verspätung ankamen, hat der Turnierdirektor schon geschlafen und wir mussten ihn wecken, damit er uns zu unserem Schlafplatz bringen konnte.

Das ganze Event fand auf dem Gelände der Prince Edward Boarding Highschool statt, sodass es glücklicherweise Schlafsäle gab, in dem wir dann auch untergebracht wurden. Da ich als Mädchen nicht bei den Jungs schlafen durfte, habe ich mein eigenes kleines Zimmerchen gleich neben an bekommen. Mir ist sofort beim ersten Kontakt mit den Leuten in Zimbabwe aufgefallen, dass alle sehr höflich, offen und zuvorkommend waren. Am ersten Abend haben wir nur noch unsere Betten bezogen und sind dann nach der langen Anreise auch schon ins Bett gefallen.

Am nächste Tag standen neben Akklimatisieren und Ausruhen natürlich auch kleine Trainingssession auf dem Plan. Hierbei ging es allerdings mehr um Taktiken und den Gameplan. Außerdem haben wir natürlich unser zu Hause für die nächste Woche etwas mehr erkundet. Die meisten Jungs waren letztes Jahr schon auf dem Turnier, trotzdem waren alle wieder beeindruckt als sie die Felder und die Sportanlagen sahen. Auch ich muss sagen, dass ich keine Schule in Deutschland kenne, die 4 Riesensportfelder plus Tennis Pitch, Gym etc. hat, kenne. Mir wurde natürlich im Vorab schon von den Gegebenheiten und den Simbabwischen Schulen vorgeschwärmt. Vor allem von dem Coach des Teams, der selbst in Simbabwe aufgewachsen ist, und während der High-School Zeit dann nach Sambia kam. Er kennt sich dadurch bestens mit den Unterschieden der Schulsysteme aus. Ich muss trotzdem sagen, dass ich sehr beeindruckt war, als ich die Schule erkundete. Vielleicht ist es an dieser Stelle auch wichtig zu erwähnen, dass es sich bei der Prince Edward High-School zwar durchaus um eine öffentliche Schule handelt, sie allerdings trotzdem ca. 1400$ pro Term (3 Terms pro Jahr) kostet. Damit ist sie noch lange nicht die teuerste High-School, Schulgebühren können hier bis zu 5.000$ pro Term gehen. Dafür gelten die simbabwischen High-Schools auch als einer der Besten im südlichen Afrika und viele Eltern, die die Möglichkeit haben, schicken ihre Kids hier zur High-School. Viele dieser Schulen investieren sehr viel in Sport und geben den Kids die Möglichkeit sich in verschiedenen Sportarten auszuprobieren und zu messen. Das wurde mir spätestens bewusst, als an unserem 2. Tag die anderen Schulen anreisten: Alle in eigenem Bus, mit Schullogo drauf und in gutem Zustand. Auch die Ausstattung der Sportler war wie zu vor schon erwähnt sehr gut und die meisten Teams hätten so auch bei einer Europameisterschaft antreten können, ohne aufzufallen, denn die meisten Teams werden hier auch zusätzlich von Sponsoren unterstützt. Genauso wie das gesamte Rugbyfestival,, welches unteranderem von dem Hauptsponsor Dairyboard unterstützt wird. Zusätzlich hatten viele andere Sponsoren ihre Stände auf dem Gelände aufgebaut. Das gesamte Festival war sehr gut organisiert und strukturiert, es gab einen Zeitplan aller Spiele und der wurde auch eingehalten. Zusätzlich gab es für jedes Spiel 3 Schiedsrichter, die dafür sorgten, dass alles fair und geordnet verlief.

Am Montag ging dann das Festival los, der 1. Tag wurde ganz den Spielen der Grundschulen gewidmet. Wir haben uns viele Spiele angesehen und die Atmosphäre aufgesogen. Ich persönlich war extrem von den Grundschülern beeindruckt! Um ehrlich zu sein hatte ich zuvor sogar Zweifel ob man in der Grundschule überhaupt schon Rugby spielen kann, aber die Teams haben mich absolut vom Gegenteil überzeugt. Viele Teams haben trotz der jungen Spieler eine super Leistung geliefert.

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Am gleichen Tag hat es sich auch spontan ergeben, dass wir ein Testspiel gegen die Host Schule Prince Edward gespielt haben. Am Tag zuvor hat der Coach angefragt, ob Interesse besteht und da wir natürlich nach Simbabwe gefahren sind, um zu Spielen haben wir nicht nein gesagt. Denn das ist etwas das den Jungs hier echt fehlt: regelmäßige Spielpraxis, in Livingstone sind sie leider der einzige Rugbyclub und in Sambischen Schulen ist der Sport weit unter dem Niveau der Jungs die regelmäßig trainieren, sodass sie für Spiele oft lange Distanzen überwinden müssen, was leider nicht oft möglich ist.

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Also ging es nach dem Mittagessen auf den Pitch, um gegen das U16 Team der Prince Edward High-School zu spielen. Insgesamt kann man sagen, dass es ein sehr hilfreiches und aufschlussreiches Spiel war. Da wir vorher keine Testspiele spielen konnten, wurde uns so aufgezeigt wo der Spielplan funktioniert und auf welche Details wir achten müssen. Eins wurde nämlich schnell deutlich: die anderen Teams sind deutlich größer und vor allem schwerer als wir. Es liegt vor allem daran, dass die meisten Teams von Boarding Schools kommen, wo sie 3 geregelte Mahlzeiten am Tag haben und teilweise sogar extra Portionen fürs Rugbyteam. Unsere Jungs hingegen kommen aus eher schwierigen Verhältnissen, sodass es einigen nicht mal möglich ist 2 Mahlzeiten am Tag zu essen.

Daher hat der Coach in der Ansprache nach dem Spiel auch nochmal darauf hingewiesen, dass die Jungs lieber den Ball schnell spielen sollen, anstatt in die Tackels hineinzugehen (An dieser Stelle nochmal: Ich bin absolut kein Rugbyprofi und auf die Tour auch mehr als mentale Unterstützung und Begleitung mitgefahren, also falls meine Beschreibungen eher laienhaft sind, Entschuldigung :D). Mit den Eindrücken vom Spiel haben die Jungs noch ein paar Übungen durchgeführt und dann wurde den Rest des Tages auch nur noch entspannt und mental auf das erste offizielle Spiel am nächsten Tag vorbereitet.

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Dazu dann im 2. Teil mehr.
Ich habe mich dazu entschieden die „Zim Posts“ aufzuteilen, da ich momentan einfach sehr viel zu tun habe und nicht oft zum Schreiben komme, damit ihr aber ab und zu etwas zu lesen habt gibt es jetzt Häppchen. Ich hoffe das passt so für euch.

Liebe Grüße
Michelle

Ferienprogramm und Spiele

Ja ich weiß, ich habe euch eigentlich als nächstes meinen Blogpost über die Rugby Zim Tour versprochen, allerdings zieht sich das Schreiben dieses Blogposts etwas hin. Ich habe einfach so viel erlebt und gelernt, dass ich sicher gehen möchte, dass ich die richtigen Worte für alles treffe und euch hoffentlich, wenn auch wahrscheinlich nur ansatzweise, klarmachen kann, was für eine beeindruckende/prägende Woche das für mich war.

In der Zwischenzeit ist aber auch hier in Livingstone wieder einiges passiert und von meinem Ferienprogramm, was ich an der Nekacheya gemacht habe, habe ich euch auch noch nicht berichtet.
Also erstmal zum Ferienprogramm: Die Nekacheya Schüler sind eine Woche bevor wir nach Zimbabwe gefahren sind, in ihre dreiwöchigen Ferien gestartet. Allerdings musste die 7. Klasse weiter für “Nachhilfe” halbtags zur Schule, da sie laut Schulleiterin dem Stoff etwas hinterher hängen, was wahrscheinlich unteranderem daran liegt, dass es Anfang des Jahres einen Choleraausbruch gab und die Schulen einen Monat länger als geplant geschlossen blieben. Zusätzlich wurde auch für alle anderen, die Interesse hatten Ferienunterricht angeboten. So gab es zwei Gruppen, die in den Ferien an der Nekacheya anwesend waren: Die 7. Klasse und eine gemischte Gruppe aus Schülern der Klassen 3-6.
Ich habe vor Beginn der Ferien die Schulleiterin gefragt, ob es möglich wäre weiter mit den Kids, die Interesse haben, in den Ferien Sport zu machen und sie hat mir dann von dem Programm erzählt und fand die Idee gut, dass wir auch Sport anbieten, damit die Kinder (vor allem aus Klasse 7) es nicht als Strafe sehen, in den Ferien zur Schule zu kommen.
Also bin ich jeden Tag zur Schule gefahren und habe mit jeder Gruppe eine Stunde Sport gemacht. Ich habe die zusätzliche Zeit genutzt, um den Kids neue Sportarten wie zum Beispiel Ultimate Frisbee näher zu bringen und gleichzeitig bekannte Sportarten zu vertiefen, wie zum Beispiel Tag Rugby, Fußball und Netball.

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Die letzteren beiden Sportarten haben wir vor allem in der Woche, nachdem ich aus Zimbabwe wieder da war vertieft, da in der 1. Schulwoche ein Match an der Acacia an stand: für die Jungs Fußball und für die Mädchen Netball. Diese Sportart kannte ich bevor ich nach Sambia kam noch überhaupt nicht. Glücklicherweise haben die Mädels an der Acacia schon zuvor mit dem Netball Coach trainiert, sodass ich zunächst das Spiel und die Regeln lernen konnte und mir schließlich auch einige Übungen abgucken konnte. Die Mädels an der Nekacheya kannten zwar Netball alle schon, da dies in Sambia quasi die Hauptsportart für Mädchen ist, allerdings nahmen sie es mit den Regeln nicht all zu ernst. So konnten wir an der einen oder anderen Stelle noch etwas nachfeilen. Netball ist übrigens quasi eine Mischung zwischen Handball und Basketball, allerdings darf man mit dem Ball nicht laufen und jeder hat eine bestimmte Position, die ihm dann auch sagt, in welche Bereiche des Spielfelds er sich überhaupt aufhalten darf (so mal kurz runter gebrochen).

Diese Woche stand dann unser Match an. Vormittags haben wir noch an der Nekacheya mit Klasse 1,2 und 3 Sportunterricht gemacht und sind dann nachmittags rüber zur Acacia gefahren. Für die Teams haben wir einen Transport organisiert, Immo und Ich sind typischerweise mit unserem Fahrrad rüber geradelt. Dort angekommen haben sich alle Teams aufgewärmt und dann ging es auch schon los. Die Acacia Schule hat den Luxus zwei Sportfelder zur haben, was für den Tag leider bedeutete, dass ich den Jungs nicht beim Fußballspiel zugucken konnte, da ich ja quasi als Netball Coach für Nekacheya gekommen bin und somit bei den Mädels bleiben musste. Erstmal muss ich sagen, dass es immer komisch ist, wenn meine beiden Schulen gegeneinander antreten, da man natürlich nicht parteiisch sein möchte, allerdings bin ich in diesem Fall ja als Coach von Nekacheya gekommen und habe somit auch mehr auf “ihrer Hälfte” verbracht und ihnen geholfen.
Nach den ersten ersten Punkten stand es 3:0 für Acacia aber die Nekacheya Mädels konnten sich zurück kämpfen, sodass es schließlich 6:6 ausging, was mich natürlich sehr gefreut hat 😀

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Nach dem offiziellen Spiel hat spontan auch noch das 2. Acacia Netball Team gegen das Nekacheya Team gespielt, sodass dort auch die Auswechselspieler noch die Chance bekommen haben zu spielen.
Das Fußballspiel ging übrigens 2:1 für Acacia aus. Immo hat mir allerdings erzählt, dass sich auch das Nekacheya Team sehr gut geschlagen und insgesamt gut gespielt hat.
Insgesamt war es ein schöner Tag mit spannenden Wettkämpfen, beide Teams haben fair gespielt und auch die Stimmung am Spielfeldrand war gut, da beide Teams Supporter an ihrer Seite hatten.

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Teamwork makes a dreamwork

Es ist April und damit ist unser zweites Term hier in Sambia vorbei. Nach den großen Ferien beginnt also unser letztes Term und dann ist das Jahr auch schon rum. Ich will hier gar nicht all zu lange darüber schreiben, da sich mein Magen auch nur bei dem kleinsten Gedanken daran, mein Leben hier hinter mir zu lassen, umdreht. Es fühlt sich ungefähr so an, wie bei meinem ersten Krankenhausbesuch. Mir bleibt nichts anderes, als meine verbleibende Zeit hier zu genießen und das Beste daraus zu machen!

Und das ist es auch, was ich im Moment versuche, jeden Moment aufzusaugen und meine restlichen Ideen und Vorhaben umzusetzen. Deshalb fand letzte Woche auch endlich mein Teambonding Tag mit den Rugby Jungs statt.

Wie ich euch schon im letzten Beitrag kurz erzählt hatte, trainiert das Rhinos U16 Rugby Team momentan sehr fleißig für ein großes Rugby Turnier in Harare, Zimbabwe. Ich bin schon während der Schulzeit oft noch nach der Schule zum Platz gefahren und habe den Jungs beim Training zugeschaut. Ich habe immer geholfen, wo Hilfe benötigt wurde. Jetzt wo die Acacia Schule schon Ferien hat und durch Examen an der Nekacheya auch nicht mehr jede Sportstunde stattfindet, bin ich fast bei jedem Training dabei und sehe begeistert, wie die Jungs von Tag zu Tag besser werden. Ich finde es sehr inspirierend zu sehen, mit welcher Leidenschaft und welchem Engagement sie bei jedem Training vollen Einsatz zeigen.

Wie ich schon öfter erwähnt habe, haben die Jungs uns auch schon einige Male bei der Umsetzung unsere Projekte und Ideen geholfen, weshalb ich unbedingt etwas zurückgeben wollte. Ich habe mich mit einem besonderen Trainingstag bei ihnen bedankt. Passend zur Vorbereitung auf die Tour, habe ich mir Teambonding als Thema überlegt. Es sollte ein Tag voller Spiel und Spaß werden, von dem die Jungs aber auch etwas mitnehmen und lernen können. Also habe ich ein bisschen Brainstorming betrieben und mir überlegt welche Teambonding-Übungen ich schon so in der Schulzeit oder auch auf ASC Seminaren gemacht haben und die Besten zusammengestellt. Gemeinsam mit dem Team Coach habe ich alles vorbereitet und benötigte Materialien zusammengestellt.

Der Tag begann mit einer Vertrauensübung. Zuerst haben wir das gesamte Rugby Equipment rausgeholt und vor dem Vereinshaus verteilt, dann hat sich jeder einen Partner geschnappt. Einem aus jedem Duo wurden nun die Augen verbunden. Der Sehende musste dann den Blinden herumführen. Dabei wurden die Jungs sehr kreativ, die „Blinden“ mussten die Bälle schießen/werfen, über Hindernisse springen, sogar tackeln und Fahrrad fahren. Da natürlich nicht alles im ersten Versuch gelang, gab es auch viel zu lachen, dennoch: alles verlief ohne Unfälle. Nach einiger Zeit wurde gewechselt und das ganze ging von vorne los.

 

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Nachdem auch der zweite Durchgang fertig war, kamen alle zusammen und wir haben zusammengetragen, was wir aus dem Spiel lernen konnten. Danach stand erstmal das Frühstück auf dem Programm, dass sich auch alle nach vollem Einsatz im ersten Spiel verdient hatten. Die Brötchen und der Kakao wurden schnell verspeist, sodass es mit dem nächsten Spiel: „Dreh den Teppich um“ weitergehen konnte. Hierfür haben wir ein Bettlaken mit gebracht, auf dass sich alle 17 Mannschaftsmitglieder draufstellen mussten. Das Ziel des Spieles ist es, das Bettlaken einmal komplett um zu drehen, das also die unter Seite nun oben ist. Als ich alle Jungs auf dem Bettlaken sah, war ich mir nicht sicher, ob wir nicht doch lieber etwas größeres hätten auswählen sollen. Doch die Jungs überlegten nicht lange und legten los. Im ersten Versuch scheiterten sie zwar, da einer den Boden berührte und sie so von vorn beginnen mussten, doch im zweiten Versuch waren sie dann, nach einer kleinen Technik Abwandlung erfolgreich und so gepusht von ihrem Erfolg, dass sie es gleich noch einmal machten.

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Das nächste Spiel, hieß  „Gordischer Knoten“, dafür haben sich alle in einem Kreis Schulter an Schulter aufgestellt, dann die Augen geschlossen und die Arme in die Kreismitte ausgestreckt, jeder Spieler greift nun wahllos nach einer Hand. Wenn jede Hand genau eine andere gefunden hat, öffnen alle wieder ihre Augen: entstanden ist ein wirrer Knoten der nun entheddert werden muss. Da die Jungs so viele waren, ist der Knoten sehr kompliziert geworden und alle haben lange rumprobiert, aber an einer Stelle schien der Knoten nicht lösbar. Also haben wir schließlich entschieden, von vorn zu starten, doch das selbe Problem ist wieder entstanden. Doch wo ich selbst schon etwas frustriert war, gaben die Jungs noch lange nicht auf. Von Drehungen, über Hochheben, bis hin zu Rollen, sie haben echt alles probiert und auch die jenigen die schon entheddert waren, haben alles aufmerksam beobachtet und Ideen geliefert. Auch wenn die Aufgabe nicht gelöst wurde, war ich beeindruckt, davon dass keiner auch nur eine Sekunde ans aufgeben gedacht hat.

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Als nächstes folgten zwei Staffelspiele: bei dem Ersten musste ein Apfel die Reihe von vorn bis nach hinten durchgereicht werden, indem er zwischen Kinn und Dekokte eingeklemmt wurde. Die schnellste Mannschaft gewann.

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Den Apfel zwischen Kinn und Brust einklemmen und weitergeben

Für die zweite Staffel benötigte jeder einen Becher, pro Mannschaft ein großen Eimer mit Wasser, ein Gefäß am Ende der Reihe und wie beim ersten Spiel, viel Kommunikation. Der Erste der Reihe schöpfte Wasser aus dem Eimer und musste es dann mit der Hand über dem Kopf nach hinten ausschütten, der nächste musste das Wasser auffangen und wieder nach hinten ausschütten, so geht es weiter bis zum letzten, der das Wasser in ein Gefäß gefüllt hat, die Mannschaft, bei der das Wasser zuerst überlief, gewann.

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Im Anschluss gab es noch eine kleine Wasserschlacht mit dem übrigen Wasser, bevor es zum Mittagessen ging. Wir haben, wie könnte es anders sein, Nshima gekocht, dazu gab es Soße mit Gemüse und Kartoffeln drin.

Gestärkt haben wir uns dann ans vorletzte Spiel gemacht: Der Eier Absturz. Dafür hat sich die Mannschaft in drei Teams aufgeteilt, jedes Team bekam ein Ei und einige andere Utensilien, die so um dass Ei herum gebaut werden sollten, dass das Ei einen Sturz übersteht. Nach 20 min Tüftelei und fleißigem Bauen, wurden die Konstruktionen nacheinander fallen gelassen, um zu sehen, welche das Ei am Besten schützt.

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Die letzte Übung habe ich „Love Notes“ getauft, alle haben einen Zettel auf den Rücken geklebt und einen Stift in die Hand bekommen. Dann wurde fleißig drauf losgeschrieben: jeder sollte bei seinen Mitspielern positive Eigenschaften, was sie besonders an ihm mögen oder warum sie froh sind ihn im Team zu haben aufschreiben. Anfangs verlief es etwas zäh, die meisten Kinder sprechen in ihrem Alltag fast nur Nyanja, dies ist allerdings nur eine gesprochene und nicht geschriebene Sprache. Da die Schulbildung der meisten Jungs nicht sehr gut ist, fiel es vielen schwer auf Englisch die passenden Worte zu finden. Nach einigen Denkanstößen und dem Angebot bei „Rechtschreibschwierigkeiten“ auf uns zuzukommen lief es dann etwas besser.  Im Anschluss hat jeder seinen Zettel vom Rücken genommen und ihn sich durchgelesen.

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Zum Schluss gab es noch eine kleine Überraschung von mir oder besser gesagt meiner Mum, die kam mich zwei Wochen zuvor besuchen und brachte mir unter anderem einen Sack Süßigkeiten mit, die ich extra angefragt hatte. Und zwar (leider) nicht für mich ;). Denn eigentlich hatte ich vor, den Jungs an Ostern zu zeigen, wie wir Ostern feiern. Da ich Ostern aber mit meiner Mutter und meiner Patentante auf Safari war, habe ich dieses Datum verpasst. Also gab es zwei Wochen verspätet eine Ostersuche für die Jungs. Denn während sie noch über die „Love Notes“ sprachen, verteilte ich die Süßigkeiten auf dem Rugbyplatz. Als die Jungs rauskamen erklärten wir ihnen, dass unser Teambonding Tag jetzt mit einer kleinen Einzelkämpfer Aufgabe endete: Sucht auf dem Platz, alles was ihr findet ist eures. Und da rannten sie auch schon 😀 Es war allerdings sehr schön zu sehen, dass nachdem alles gefunden wurde, diejenigen die mehr Glück hatten mit den anderen teilten. Scheinbar haben sie etwas aus dem Teambonding Tag gelernt.

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Zum Schluss haben wir noch darüber gesprochen, was man aus den Spielen lernen kann und wie Teamfähigkeit mit dem Sport, aber auch mit dem alltäglichen Leben zusammenhängt. Und wie könnte es anders sein: der Tag endete mit einer Runde Touch Rugby.

Update: da ich wie immer mit dem Uploaden hinter her bin, sind mal wieder einige Tage (vllt sogar Wochen) vergangen und Morgen ist es endlich so weit: Wir fahren nach Zimbabwe zu dem größten Rugby Schulturnier! Ich bin so gespannt und hoffe sehr das sich die harte Arbeit der Jungs auszahlt! Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass es eine unvergessliche Erfahrung wird, sowohl für die Jungs als auch für mich!
Was genau wir alles erleben werde ich euch natürlich auch wieder berichten, genau so wie ich euch noch von meinem Ferienprogramm an der Nekacheya berichten werde. Aber jetzt geht es erstmal ins Clubhaus, wo wir gemeinsam mit den Jungs die Trikots waschen und letzte Vorbereitungen treffen werden, bevor es morgen früh los geht.

Drückt uns die Daumen, liebe Grüße eure Michelle

Ein Ziel muss man haben…

Heute möchte ich euch ein Update dazu geben, wie es an der Nekacheya Primary weitergegangen ist. Wer meinen Blog fleißig verfolgt, hat nämlich gelesen, dass Immo und ich dort einige Startschwierigkeiten hatten. Mittlerweile würde ich allerdings sagen, dass diese überwunden sind! Mittlerweile läuft es echt richtig gut und wie wir dort hingekommen sind, möchte ich euch heute berichten.

Wer mehr über die Vorgeschichte lesen möchte kann dies gern in meinem vorletztem Blogpost tun. Da ich dort schon über mein erstes Term an der Schule geschrieben habe, werde ich hier mit meinem zweiten (das mittlerweile auch schon wieder fast rum ist, die Zeit rennt) weitermachen.

Unser zweites Term an der Nekacheya begann Anfang des Jahres, es war also das erste Term des neuen Schuljahres (hier beginnt das Schuljahr gleichzeitig mit dem kalendarischen Jahresbeginn). Der perfekte Zeitpunkt für einen Neubeginn, für Veränderung also. Immo und  ich haben uns einige Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Sportstunden optimieren können. Die größte/hilfreichste Veränderung war wohl der Jahresplan, den wir für die Nekacheya entworfen haben. Zuvor sind wir zwar auch nie ohne einen Plan in die Stunden gegangen, allerdings hat sich der Plan meist nur auf diese eine Sportstunde bezogen, dass heißt das wir kein langfristiges Ziel hatten. Wir wollte aber, dass die Kids wirklich etwas lernen und nicht nur für eine Stunde Spaß haben und sich austoben. Also haben wir uns Gedanken gemacht, wie man den Unterricht effizienter gestalten und langfristig Erfolge erzielen kann. Da wir außerdem mehr Kooperation zwischen unseren beiden Schulen schaffen wollten, haben wir uns dazu entschieden an der Nekacheya den Terms Sportarten zuzuordnen, ähnlich wie es an der Acacia schon gemacht wird. Dass bedeutet zum Beispiel, dass wir uns im ersten Schulterm auf Leichtathletik und Tag Rugby konzentrieren und im zweiten dann auf Fußball und Netball und so weiter. Bei der Anordnung der Sportarten haben wir auch darauf geschaut, dass sich der Plan mit dem Acaciaplan deckt (soweit es möglich ist), damit wir gemeinsam Wettkämpfe und Freundschaftsspiele veranstalten können.

So haben wir auch gleich einen Leichathletikwettkampf an der Acacia geplant, zu dem wir nicht nur die Nekacheya Primary School, sondern auch die Schulen der anderen Freiwilligen eingeladen haben.

Da die Schulen in Sambia auf Grund des Cholrea Ausbruches erst zwei Wochen später als geplant geöffnet haben, hatten wir zu Schulbeginn nur noch zwei Monate Zeit die Kinder darauf vorzubereiten. Das ist nicht so viel, wenn man jede Klasse nur ein mal die Woche unterrichtet und quasi komplett bei null anfängt, denn die meisten Kids sind vorher noch nie weitgesprungen oder haben eine ordentliche Staffelübergabe geübt. Also hieß es „Auf die Plätze… Fertig… LOS!“ Zeit nutzen und trainieren. Gleichzeitig mussten wir versuchen herrauszufinden, wer die besten sind, um unser Team für den Wettkampf zusammenzustellen. Dort kam uns die nächste Schwierigkeit entgegen: der Wettkampf wurde in drei Altersklassen ausgeführt: Juniors, Middles und Seniors. Diese drei Alterklassen waren meist für drei Jahrgangsstufen verteilt, sodass wir nie den direkten Vergleich hatten und viel abschätzen mussten, wer jetzt wirklich der schnellste ist.Außerdem wollte natürlich jeder gerne mit zum Wettkampf fahren. Selbst die Kids, die sonst über jeden Meter den sie laufen müssen, meckern, wollten unbedingt zum Wettkampf fahren:Somit gab es leider einige enttäuschte Gesichtern, nachdem wir die Einladungen an die jenigen verteilt haben, die es ins Team geschafft haben.

Trotz allem hat die Vorbereitung und das Training für den Wettkampf sehr viel Spaß gemacht. Die meisten Kinder waren spätestens dann mit vollem Einsatz und Spaß dabei, wenn wir sie daran erinnerten, dass wir immer noch unser Team für den Wettkampf zusammenstellen.

 

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Nach 3 letzten extra Trainingssessions für das Team, bei denen wir nochmal die wichtigsten Einzelheiten wie die Staffelübergabe geübt und Regeln besprochen haben, stand auch schon der Wettkampf vor der Tür.

Am Wettkampf Morgen gab es für mich einen kleinen Dämpfer, 6 Teammitglieder kamen nicht (einige mussten zur Kirche, andere waren krank) Leider waren die meisten von Ihnen Middle Girls, sodass einige von den Juniors höher starten mussten, damit wir überhaupt ein Team hatten.

Nachdem wir am Platz ankamen war dies aber schnell wieder vergessen, denn nach dem ich den Platz (zu dem ich später noch komme) und all die Kids fröhlich, bereit für den Wettkampf sah, wurde mir wieder klar, dass es viel mehr darum geht, den Tag zu genießen, als sich über so etwas zu ärgern. Immerhin haben wir es geschafft, all die Kids zusammen zu bringen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auf dem Sportplatz zu messen.

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Ansprache zu Beginn des Wettkampfes

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Alle teilnehmenden Kids zusammen

Der Wettkampftag selbst war für mich leider doch etwas stressig, da durch die fehlenden Kids mein Plan nicht auf ging (wer was macht) Ich war konstant nur damit beschäftigt, von einer Disziplin zur andern zu rennen und die richtigen Kinder zur richtigen Zeit an den Start zu schicken. Daher habe ich es an dem Tag selbst leider auch nicht geschafft Fotos zu machen. Auch die meisten anderen waren so mit Messen, Zeitnehmen, Punkte addieren etc. beschäftigt, dass leider nicht viele Fotos entstanden sind.

Doch die Kids selbst hatten viel Spaß und wir konnten sogar das eine oder andere Rennen gewinnen. Auch wenn wir am Ende nicht als gesamt Gewinner vom Platz gegangen sind, standen Immo und ich am Ende des Tages vor unserem Team und konnten ihnen ehrlich sagen, wie stolz wir auf sie sind und dass es ein toller Tag war. Dies wiederum hat uns nochmals enger zusammengeschweißt.

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Nekacheya Leichtathletik Team

Auch an der Acacia gab es im vorab natürlich einiges zu tun. Auch hier haben wir fleißig mit den Kids trainiert und da wir dort auch deutlich mehr Unterrichtsstunden haben, konnten wir auch noch genauer auf bestimmte Techniken eingehen und auch mehr Ausdauertraining machen. Auch hier haben wir Try Outs gemacht, um unser Acacia Athletics Team zusammenzustellen. Da die Klassen aber nochmal um einiges kleiner sind, hat es fast jedes Kind für mindestens eine Disziplin ins Team geschafft.

Hinzu kam an der Acacia natürlich auch noch der organisatorische Part, denn es gab keine Tartanbahn auf der wir unseren Wettkampf veranstalten konnten, also musste wieder einmal improvisiert werden. Da wir den Wettkampf allerdings einigermaßen professionell und vor allem fair gestalten wollten, mussten Bahnen für die Laufwettkämpfe her. Vom Fußballturnier kannten wir ja schon die Technik mit Kalk Linien ziehen. Allerdings ist es doch sehr viel einfacher gerade Linien für ein Fußballfeld, als eine ovalförmige Laufbahn zu gestalten. Glücklicherweise habe wir mal wieder Hilfe von den Rugbyjungs bekommen. So haben wir also einfach unser Glück probiert und ganz nach dem Motto: „Probieren geht über studieren.“ angefangen.  Wir brauchten insgesamt 4 Bahnen, da ausser der Acacia vier weitere Schulen kamen, um an dem Wettkampf teilzunehemen. Nachdem die 100meter Markierungen fertig waren, fing der spannende Teil an: Die erste Kurve musste her.

Nach kurzem probieren, welcher Technik wir folgen sollten, haben wir uns geeinigt und losgelegt. Immer noch etwas skeptisch, beobachtete ich, wie die innere Bahn gezogen wurde, während ich unsere selbstgebauten Schilder an die richtigen Stellen steckte. Doch ich muss sagen, die erste Bahn wurde super, natürlich nicht perfekt, aber ich war dennoch begeistert, wie gut es funktionierte. Also beeilten wir uns schnell die erste Kurve fertig zu bekommen, denn wir hatten ein neues Problem: es begann dunkel zu werden, da wir natürlich erst nach der Schule beginnen konnten. Als wir schließlich an der letzten Kurve angekommen waren, war es komplett dunkel und meine neue Aufgabe war es mit dem Handy zumindest für ein bisschen für Licht zu sorgen, um die letzten Linien fertig zustellen.

Als wir am nächsten Morgen extra früh in die Schule gefahren waren, um die letzten Vorbereitungen zu treffen, war ich sehr gespannt unsere Arbeit im Tageslicht zu begutachten. Ich muss echt sagen, ich war extrem stolz auf uns! Der Platz sah super aus, die Linien waren eindeutig zu erkennen und sogar die Kurve die wir im dunkeln gezogen haben, sah gut aus.

Also konnte die Generalprobe fürs große Leichtathletikevent beginnen. Am Donnerstag vor dem Wettkampf kam eine andere Grundschule zu Besuch und die kleinen, also Klasse 1-3 hatten ihren eigenen Wettkampf.

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Freihand gezeichnete Bahnen

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Wettkampf Klasse 1-3

Die Stimmung war super und unsere kleinen schlugen sich echt gut! Viele Eltern war da, sowohl von den Acacia Kids, als auch von der Gastschule, somit wurde natürlich viel angefeuert. Auch die Organisation vom Zeitnehmen, übers Messen von Sprüngen und Würfen, bis hin zum Eintragen und Ausrechnen der Punkte verlief ohne Probleme.

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Weitwurf

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Weitsprung

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Weitsprung mit selbstgebauter Grube

Beide Schulen lieferten sich ein Kopf an Kopf rennen, sodass es den ganzen Wettbewerb über spannend blieb. Letztendlich konnten sich unsere Acacia Kids dennoch mit einem kleinen Vorsprung durchsetzen und gewannen den Wettkampf.

 

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Das war es also von unseren beiden Leichtathletikwettkämpfen und dem Update zur Nekacheya, nun sind auch schon fast wieder Ferien und in meinem nächsten Blogeintrag werde ich euch mal wieder etwas übers Rugby berichten, denn die Jungs sind nicht nur immer am Start, wenn wir Hilfe brauchen. Sie sind momentan auch fleißig dabei, für eine Rugbytour in Zimbabwe zu trainieren und da haben wir uns einige spannende extra Einheiten überlegt.

Also bis zum nächsten Mal, eure Michelle

 

 

 

Aufregender Start ins neue Term

Mehr als die Hälfte ist nun rum.. allein darüber wie es mir damit geht könnte ich vermutlich einen gesamten Blogpost verfassen, doch darum soll es heute gar nicht gehen. Auch nicht über mein erstes Weihnachten ohne meine Familie, mein Silvester mit ganz RUTS auf Sansibar oder meine Reise durch Tansania und Ruanda. Nein heute soll es um etwas anderes gehen: Unser erstes großes selbst organisiertes Turnier. Geplant war dieses Turnier schon als „Schools Out“ Tournament für das letzte Wochenende vom vergangenem Term, leider hat uns damals sowohl das Wetter einen großen Strich durch die Rechnung gemacht, als auch die kurzfristige absage einiger Teams, somit ist das geplante Turnier damals wortwörtlich ins Wasser gefallen.

Für uns war allerdings damals schon klar, dass wir das Turnier auf jeden Fall nur verschieben und nicht komplett absagen. Da danach allerdings ein Monat Ferien anstand, mussten wir (und die Kids, die sich so sehr aufs Turnier gefreut haben) uns etwas gedulden bevor es dann tatsächlich losgehen konnten. Zurück im Schulalltag haben wir dann schnell nach einem neuen Termin gesucht und schließlich am 10.02 endlich unser Turnier durchgeführt. Da wir das Meiste schon vom 1. Versuch geplant hatten, war auch die Turniervorbereitung sehr entspannt und die Vorfreude umso größer. Leider hat es wieder die gesamte Woche vor unserem Turnier geregnet, sodass wir schon Angst hatten, dass das Turnier wieder nicht stattfinden kann. Doch einen Rückzieher konnten wir auch nicht machen, dass war schon beim ersten Mal peinlich genug, den Teams absagen zu müssen, auch wenn es die Meisten verstanden haben. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass der Wettergott Lust auf ein Fußballturnier mit ca. 300 Kids hat. Und dass hatte er anscheinend: am Tag des Turnieres hatten wir blauen Himmel, ab und zu Sonne und den gesamten Tag über kam nicht ein Tropfen vom Himmel.

Aber alles der Reihe nach: Am Tag zuvor war ich mal wieder auf dem Rugbyplatz und habe beim Training der U16 Mannschaft zugesehen. Als diese von unserem Turnier am nächsten Tag erfahren haben, haben sie gleich angeboten uns am Morgen zu helfen, die Felder mit Kalk zu markieren. Denn auf dem großen Sportplatz gibt es keine vorgefertigten Markierungen und wir brauchten 3 kleinere Fußballfelder, für die Mädchen, die U12 Gruppe und die U14 Gruppe und ein Handballfeld.

Diese Hilfe hat sich am nächsten Tag als sehr wichtig herausgestellt, denn obwohl wir 5 Freiwillige (Jan ist später mit seinem Team aus dem Dorf gekommen) schon um 6:20 auf dem Platz standen, haben wir die Arbeit die Felder zu markieren, Tore aufbauen, den Platz schmücken und Pläne aufhängen, noch mit sich brachte, etwas unterschätzt. Ohne die Jungs, die das komplette markieren der Felder übernommen haben, wären wir nicht um 8:00 Uhr fertig geworden. Dies sollte der Zeitpunkt sein, an dem die Teams ankommen, da wir die sambische Mentalität allerdings mittlerweile kennen, haben wir die ersten Spiele auf 9:30 angesetzt und somit eingeplant, dass die meisten Teams sich verspäten werden.

Letztlich konnten wir mit den ersten Spielen erst um 10:00 anfangen, da erst dann alle Teams am Platz ankamen und die Begrüßungsrede gehalten wurde. Trotz der leichten Verspätung zu Beginn ging unser Zeitmanagement sehr gut auf und es kam weder zu großen Pausen noch endete das Turnier lange nach geplante Schluss. Auch dass das Mittagsessen, traditionell Nshima von einer super Köchin, zur Mittagspause nicht fertig war, konnte uns nicht aus der Bahn werfen. Wir haben spontan ein paar Spiele vorgezogen und konnten so einen Leerlauf vermeiden.

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Die meiste Zeit des Turniers pendelte ich zwischen dem Mädchenpitch, für den ich verantwortlich war und dem U12 Pitch, da in diesen beiden Gruppen auch Teams meiner Schule (Nekacheya Primary) mitspielten. An der Schule gibt es eigentlich gar kein Mädchenfußballteam, da ich aber von Beginn an mehr den Spaß beim Spielen und das gemeinsame Sport machen im Blick hatten, haben Immo und ich einfach das Netballteam gefragt, ob es Lust hat am Turnier teilzunehmen. Man hat dem Team zwar angesehen, dass sie wahrscheinlich genauso viel von Fußball verstehen wie ich, dennoch hatten sie Spaß und haben sich über jede kleine gelungene Aktion gefreut. Es hat mich persönlich sehr gefreut zu sehen, dass sie Spaß am spielen haben und sich auch nicht davon unterkriegen lassen, dass die Ergebnisse nicht so super ausfallen.

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Organisation der Mädchen-Teams

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Mädchen Pitch

Ich habe es auch sehr genossen, in den Pausen Zeit mit meinen Schülern zu verbringen, zu quatschen, Wettrennen zu veranstalten und sie einfach besser kennenzulernen, denn ich hatte ja auch im letzte Blogpost a ngedeutet, dass mir das bisher an der Nekachya etwas zu kurz kam. Insgesamt kann ich auf jeden Fall sagen, dass das Turnier die Bindung zu den Kindern nochmal verbessert hat und es an der Nekacheya allgemein momentan sehr gut läuft, aber dazu wann anders mehr.

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Das gesamte Turnier war ein voller Erfolg und verlief große Pannen und ich freue mich jetzt schon auf unser nächstes Turnier.

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p.s. wie ihr wahrscheinlich gemerkt hat, kam leider auch dieser Blogpost sehr verspätet. Leider ist es durch die Internet Verbindung echt schwierig die Blogs schnell hochzuladen, ich hoffe einfach, dass euch der Verzug nichts ausmacht. In der Zwischenzeit sind nämlich wieder einige spannende Dinge passiert, über die ihr hoffentlich bald lesen könnt.

Bis demnächst eure Michelle

 

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Aller Anfang ist schwer

Heute möchte ich euch etwas mehr über meine Arbeit und meine Erfahrungen an der Nekacheya School erzählen. Dort lief nämlich nicht von Anfang an alles rund, wodurch ich allerdings auch eine Menge gelernt habe! Die ersten Sportstunden die wir dort gegeben haben, waren nämlich mehr oder weniger ein kleiner Reinfall.
Bei den älteren Klassen hatten wir das Gefühl, dass sie überhaupt keine Lust hatten Sport zu machen und die jüngeren dagegen waren so aktiv, dass wir unsere Probleme hatten, uns richtig durchzusetzen. Die ersten Stunden waren also ziemlich ernüchternd und haben mich persönlich auch etwas demotiviert, dadurch wurde natürlich alles nur noch schlimmer, denn meine Stimmung hat sich auch immer in den Kids widergespiegelt. Zum Glück hab ich dies ziemlich schnell gemerkt und mir viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die „Probleme“ in den Griff bekommen. Ein Neustart musste her, soviel war mir klar, also haben Immo und Ich uns für die nächsten Stunden neue Übungen und Aufgaben überlegt. Über jede Kleinigkeit, die gut ankam habe ich mich gefreut und es gleich als Motivation gesehen, die nächste Stunde noch besser zu gestalten. Meine gute Stimmung und Überzeugung hat sich dann auch immer mehr auf die Kids übertragen und schließlich haben wir wohl mit unserer Akrobatik Stunde einen Durchbruch erreicht. Die Kids hatten extrem viel Spaß dabei Pyramiden zubauen und selbst kreativ zu werden.

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Außerdem haben wir dadurch auch nochmal eine bessere Bindung zu ihnen aufgebaut, da wir selbst unterstützt und „mitgebaut“ haben. Durch den direkten Austausch haben uns die Kids nicht nur besser kennengelernt, sondern wohl auch mehr Vertrauen zu uns aufgebaut. Ich denke, dass dies ein sehr wichtiger Schritt für uns war, denn dadurch, dass wir an die Nekacheya wirklich nur zu den Sportstunden kommen und danach gleich weiter zur Acacia müssen, haben die Kids wohl etwas länger gebraucht, sich an uns zu gewöhnen.
Auch wenn der Anfang etwas holprig war, bin ich doch dankbar dafür, da ich mal wieder eine Menge gelernt habe, zum Beispiel, dass manches einfach etwas Zeit braucht, man darf nur nicht aufgeben und muss sich manchmal auch selbst hinterfragen und andere Wege probieren. Schließlich leben wir in einer Welt mit Individuen und dass macht es ja auch spannend.
In der letzten Schulwoche folgte dann ein weiteres Highlight mit der Nekacheya, durchs Rugby habe ich nämlich erfahren, dass eine Gruppe Australier nach Livingstone kommen sollte, um an verschiedenen Schulen Tag Rugby einzuführen, die dann am Ende der Woche ein Turnier spielen würden. Ich hab dann gleich nachgefragt, ob Nekacheya nicht eine der teilnehmenden Schulen sein kann und es hat auch geklappt. Somit kamen in der letzten Schulwoche jeden Tag zwei von den Rugbyjungs und zwei Australier an die Schule und haben den Kinder Tag Rugby näher gebracht. Alle Kids hatten schon beim Training eine Menge Spaß und da ich die Connection zwischen der Schule und dem Rugby hergestellt habe, habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, die gesamte Woche meine Vormittage an der Nekacheya zu verbringen, um dort dem Training zu zugucken, mit den Kindern zu quatschen und eigene Ideen zu sammeln. Am letzten Tag kamen dann ca. 20 Teams von Schulen aus ganz Livingstone zusammen und haben ein Turnier gespielt. Unsere beiden Nekacheya Teams haben ihr erstes Spiel zwar souverän gewonnen, aber dann immer mehr die Konzentration verloren und konnten sich somit nicht für die Finalen Spielen qualifizieren.
Auch wenn die Kids im ersten Moment enttäuscht waren, ging es am Ende viel mehr darum, mit den anderen Teams zu spielen, andere Kinder zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Allen beteiligten hat die Woche so gut gefallen, dass am Ende die Schulleiterin, der Sportkoordinator und die Kids auf mich zu kamen, sich bedankt haben und darum gebeten haben, den Sport doch im nächsten Schuljahr weiterzuführen.
Um diese Bitte zu erfüllen, habe ich die Ferien über fleißig beim Tag Rugby Training zu geguckt und endlich auch selbst begonnen zu spielen. Auch wenn sich die meisten von euch wahrscheinlich nicht vorstellen können wie ich Rugby spiele: Es macht echt mega Spaß und wir spielen ja auch kein Contact Rugby sonder „nur“ Tag, dass ich euch schon im letzten Blogbeitrag erklärt habe. Sobald die Schule wieder losgeht, werden Immo und Ich also versuchen Tag Rugby entweder als AG am Nachmittag oder im Sportunterricht weiterzuführen. (Leider sind die Bilder vom Turnier auf einer Speicherkarte, die in Livingstone liegt, da müsst ihr euch noch etwas gedulden.)
Dies wird allerdings noch etwas dauern, denn aktuell befinde ich mich noch auf Zanzibar, wo ich Silvester gemeinsam mit den anderen RUTS-Freiwilligen (Ruanda, Uganda, Tansania, Sambia) meiner Organisation verbracht haben. Und als nächstes geht es für uns auch nicht weiter nach Sambia, sondern erstmal noch in den Norden von Tanzania. In Sambia ist nämlich Cholera ausgebrochen und auch wenn es aktuell vor allem um die Hauptstadt geht, wurden als Vorsichtsmaßnahme alle Schulen bis zum 30. Januar geschlossen. Dies bedeutet für uns zwar einerseits, dass wir nun mehr Zeit zum Reisen haben, andererseits hatten wir auch schon einiges für den Schulbeginn geplant, was sich nun leider alles nachhinkten verschiebt. So sehr ich mich jetzt darauf freue, die Projekte der anderen Freiwilligen besuchen zu können, so sehr wächst auch immer mehr die Vorfreude auf die Schule, die Kids und den Alltag in Livingstone.

Soooo, zum Abschluss gibt es noch ein schönes Bild aus Zanzibar, denn ihr freut euch bestimmt über etwas Sonne im kalten Deutschland:

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RUTS auf Zanzibar

Prison Island bei Zanzibar

Rugby Update und unverhoffter Trip nach Lusaka

Nachdem ich euch das letze Mal vom Rugby erzählt habe, gibt es nun ein Update dazu: letztes Wochenende fand die League nämlich das 2. Mal statt. Im Vorhinein wurden Zettel an alle Eltern verteilt, die sie einerseits zum zugucken bei den Spielen eingeladen haben und andererseits darüber aufgeklärt haben, wie wichtig die Unterstützung der Eltern für die Kinder ist.
Und dies war ein voller Erfolg: am Tag der Rugby League kamen viele Eltern, um ihren Kindern beim Spielen zu zugucken und voller Begeisterung mitzufiebern. Die Stimmung war noch viel besser als beim letztem Mal, da auch die Kids sich alle Mühe gaben, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und durch viele Gesänge die Eltern zu unterhalten.
Am Ende der Spiele gab es dann mein persönliches Highlight: Die Eltern zogen dieTrikots ihrer Kids über, bildeten eigene Teams und spielten voller Begeisterung selbst 2 Spiele. Auch die Kinder waren kaum zu halten, als sie ihre Eltern spielen sahen und feuerten kräftig an.
Die ganze Zeit über habe ich wohl wie ein Honigkuchenpferd über beide Ohren gestrahlt, weil es mich so glücklich gemacht hat zu sehen, wie Eltern und Kinder gemeinsam so viel Spaß hatten. Außerdem war ich zugegebenermaßen auch einwenig stolz auf mich, da meine Anregung etwas bewirkt hat.
Ich kann nur hoffen, dass die Eltern genauso viel Spaß hatten, wie ich beim zu sehen und sie nun ihre Kinder mehr unterstützen und öfter zu den Spielen kommen. Allerdings bin ich da ziemlich guter Dinge, da man Ihnen wirklich den Spaß und auch den stolz angesehen hat. Einige Eltern kamen auch ganz stolz auf mich zu und haben mir ihre Kinder vorgestellt und gefragt, ob ich ein Foto von Ihnen machen kann.
Der ganze Vormittag bestand aus diesen Momenten, die man am liebsten einfangen würde und für schlechte Zeiten aufbewahren würde. Aber ich bin mir sicher, dass mir auch der Gedanke an diesen Tag noch lange ein Lachen ins Gesicht zaubern wird.

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Stolzer Vater nach dem Rugbyspiel seiner Tochter

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Eltern in den Rugbytrikots ihrer Kids, nach dem sie selbst gespielt haben

Am selben Abend gab es an der Acacia mal wieder ein Fundraising-Event, diesmal unter dem „Halloween Motto“. Die Kids haben sich verkleidet, wir haben kleine Mini-Spiele, wie Spinnenfischen oder Gruselkegeln angeboten und am Ende gab es sogar ein großes Feuerwerk. Aber auch wenn das alles sehr spaßig und schön war, konnte es lange nicht mit dem Rugby Event am Morgen mithalten.

Ich hänge übrigens schon wieder mit meinen Blogposts hinterher, was unteranderem mit einem unverhofftem Kurztrip in die Hauptstadt Lusaka zu tun hat.
Alles fing damit an, dass mein Daumen leicht gepocht und irgendwie gespannt hat. Am Anfang kam ich mir ziemlich blöd vor, als ich über Schmerzen in meiner Daumen Kuppe geklagt habe. Aber als es vor allem Nachts so schlimm geworden ist, dass ich nicht mehr schlafen konnte, weil ich das Gefühl hatte, dass mein Daumen platzt und sich mein Daumen auch langsam verformt/verfärbt hat, dachte ich, dass es vielleicht doch an der Zeit ist, ins Krankenhaus zu fahren. So kam es auch, dass ich meinen Sambischen Independence Day im Krankenhaus verbracht habe und leider nichts von Feierlichkeiten mitbekommen habe. Dort wurde mein Daumen dann behandelt, ich erspare euch an dieser Stelle mal alle weiteren Details, nur so viel: es war sehr schmerzhaft und unappetitlich. Die nächsten Tage sollte ich alles weiter beobachten und 5 Tage später zur abschließenden Kontrolle nochmal kommen. Allerdings sah mein Daumen am 4. Tag, als ich meinen Verband gewechselt habe, deutlich schlimmer aus und tat auch wieder mehr weh, weshalb ich beschloss schon früher zurück in die Klinik zu fahren. Dort war der Arzt mit seinem Latein ziemlich am Ende, beziehungsweise konnte er mir nicht weiterhelfen, da mein Daumen aufgeschnitten werden musste und er keine örtliche Betäubung setzen konnte. Long Story Short: Ich wurde nach Lusaka geschickt. Also musste ich schnell nach Hause, meine Sachen packen, um um 13uhr den letzten Bus zu bekommen, 10h später war ich dann in der Hauptstadt. Die folgenden Tage sahen dann immer gleich aus: Morgens in die Klinik, in der Hoffnung, dass ich danach einen Bus zurück nach Livingstone nehmen darf, doch 4 Tage wurde ich enttäuscht, jedes Mal wurde mir gesagt, dass ich noch dableiben muss. Zum Glück war ich nicht allein, da mich Hanna, eine meiner Mitfreiwilligen begleitet hat. Was übrigens auch sehr praktisch war, da ich zeitweise, eine Nadel für die Antibiotika zufuhr in der einen Hand und einen komplett verbundenen Daumen an der anderen Hand hatte.
Irgendwann durften wir dann allerdings doch endlich fahren und mittlerweile, ca. 2 Wochen später, sieht mein Daumen schon wieder fast normal aus. Wenn ich mich konzentriere, kann ich in auch Strecken, nur die Kuppe fühlt sich noch etwas taub an, aber das wird wohl auch bald wieder.
Es wird übrigens vermutet, dass das ganze von einem Spinnenbiss kam.

Was auch immer es war, mir geht es wieder gut und schwimmen kann ich auch endlich wieder. Jetzt wünsche ich euch einen schönen 1. Advent und hoffe, dass ich mich bald wieder bei euch melden kann, bevor bald die Ferien losgehen, stehen nämlich noch ein paar spannende Projekte an. Mehr dazu nächstes Mal,

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Nach dem Krankenhaus: Nadel in der einen Hand, verbundener Daumen an der anderen