Aller Anfang ist schwer

Heute möchte ich euch etwas mehr über meine Arbeit und meine Erfahrungen an der Nekacheya School erzählen. Dort lief nämlich nicht von Anfang an alles rund, wodurch ich allerdings auch eine Menge gelernt habe! Die ersten Sportstunden die wir dort gegeben haben, waren nämlich mehr oder weniger ein kleiner Reinfall.
Bei den älteren Klassen hatten wir das Gefühl, dass sie überhaupt keine Lust hatten Sport zu machen und die jüngeren dagegen waren so aktiv, dass wir unsere Probleme hatten, uns richtig durchzusetzen. Die ersten Stunden waren also ziemlich ernüchternd und haben mich persönlich auch etwas demotiviert, dadurch wurde natürlich alles nur noch schlimmer, denn meine Stimmung hat sich auch immer in den Kids widergespiegelt. Zum Glück hab ich dies ziemlich schnell gemerkt und mir viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die „Probleme“ in den Griff bekommen. Ein Neustart musste her, soviel war mir klar, also haben Immo und Ich uns für die nächsten Stunden neue Übungen und Aufgaben überlegt. Über jede Kleinigkeit, die gut ankam habe ich mich gefreut und es gleich als Motivation gesehen, die nächste Stunde noch besser zu gestalten. Meine gute Stimmung und Überzeugung hat sich dann auch immer mehr auf die Kids übertragen und schließlich haben wir wohl mit unserer Akrobatik Stunde einen Durchbruch erreicht. Die Kids hatten extrem viel Spaß dabei Pyramiden zubauen und selbst kreativ zu werden.

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Außerdem haben wir dadurch auch nochmal eine bessere Bindung zu ihnen aufgebaut, da wir selbst unterstützt und „mitgebaut“ haben. Durch den direkten Austausch haben uns die Kids nicht nur besser kennengelernt, sondern wohl auch mehr Vertrauen zu uns aufgebaut. Ich denke, dass dies ein sehr wichtiger Schritt für uns war, denn dadurch, dass wir an die Nekacheya wirklich nur zu den Sportstunden kommen und danach gleich weiter zur Acacia müssen, haben die Kids wohl etwas länger gebraucht, sich an uns zu gewöhnen.
Auch wenn der Anfang etwas holprig war, bin ich doch dankbar dafür, da ich mal wieder eine Menge gelernt habe, zum Beispiel, dass manches einfach etwas Zeit braucht, man darf nur nicht aufgeben und muss sich manchmal auch selbst hinterfragen und andere Wege probieren. Schließlich leben wir in einer Welt mit Individuen und dass macht es ja auch spannend.
In der letzten Schulwoche folgte dann ein weiteres Highlight mit der Nekacheya, durchs Rugby habe ich nämlich erfahren, dass eine Gruppe Australier nach Livingstone kommen sollte, um an verschiedenen Schulen Tag Rugby einzuführen, die dann am Ende der Woche ein Turnier spielen würden. Ich hab dann gleich nachgefragt, ob Nekacheya nicht eine der teilnehmenden Schulen sein kann und es hat auch geklappt. Somit kamen in der letzten Schulwoche jeden Tag zwei von den Rugbyjungs und zwei Australier an die Schule und haben den Kinder Tag Rugby näher gebracht. Alle Kids hatten schon beim Training eine Menge Spaß und da ich die Connection zwischen der Schule und dem Rugby hergestellt habe, habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, die gesamte Woche meine Vormittage an der Nekacheya zu verbringen, um dort dem Training zu zugucken, mit den Kindern zu quatschen und eigene Ideen zu sammeln. Am letzten Tag kamen dann ca. 20 Teams von Schulen aus ganz Livingstone zusammen und haben ein Turnier gespielt. Unsere beiden Nekacheya Teams haben ihr erstes Spiel zwar souverän gewonnen, aber dann immer mehr die Konzentration verloren und konnten sich somit nicht für die Finalen Spielen qualifizieren.
Auch wenn die Kids im ersten Moment enttäuscht waren, ging es am Ende viel mehr darum, mit den anderen Teams zu spielen, andere Kinder zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Allen beteiligten hat die Woche so gut gefallen, dass am Ende die Schulleiterin, der Sportkoordinator und die Kids auf mich zu kamen, sich bedankt haben und darum gebeten haben, den Sport doch im nächsten Schuljahr weiterzuführen.
Um diese Bitte zu erfüllen, habe ich die Ferien über fleißig beim Tag Rugby Training zu geguckt und endlich auch selbst begonnen zu spielen. Auch wenn sich die meisten von euch wahrscheinlich nicht vorstellen können wie ich Rugby spiele: Es macht echt mega Spaß und wir spielen ja auch kein Contact Rugby sonder „nur“ Tag, dass ich euch schon im letzten Blogbeitrag erklärt habe. Sobald die Schule wieder losgeht, werden Immo und Ich also versuchen Tag Rugby entweder als AG am Nachmittag oder im Sportunterricht weiterzuführen. (Leider sind die Bilder vom Turnier auf einer Speicherkarte, die in Livingstone liegt, da müsst ihr euch noch etwas gedulden.)
Dies wird allerdings noch etwas dauern, denn aktuell befinde ich mich noch auf Zanzibar, wo ich Silvester gemeinsam mit den anderen RUTS-Freiwilligen (Ruanda, Uganda, Tansania, Sambia) meiner Organisation verbracht haben. Und als nächstes geht es für uns auch nicht weiter nach Sambia, sondern erstmal noch in den Norden von Tanzania. In Sambia ist nämlich Cholera ausgebrochen und auch wenn es aktuell vor allem um die Hauptstadt geht, wurden als Vorsichtsmaßnahme alle Schulen bis zum 30. Januar geschlossen. Dies bedeutet für uns zwar einerseits, dass wir nun mehr Zeit zum Reisen haben, andererseits hatten wir auch schon einiges für den Schulbeginn geplant, was sich nun leider alles nachhinkten verschiebt. So sehr ich mich jetzt darauf freue, die Projekte der anderen Freiwilligen besuchen zu können, so sehr wächst auch immer mehr die Vorfreude auf die Schule, die Kids und den Alltag in Livingstone.

Soooo, zum Abschluss gibt es noch ein schönes Bild aus Zanzibar, denn ihr freut euch bestimmt über etwas Sonne im kalten Deutschland:

IMG_6642

RUTS auf Zanzibar

Prison Island bei Zanzibar

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