Lets end with a boom

Ich bin in Deutschland.. seit Anfang August bin ich wieder zurück in meiner Heimat Berlin. Ich kann es immer noch nicht glauben, mein Leben in Sambia soll echt vorbei sein. Natürlich gab es Dinge, beziehungsweise Menschen auf die ich mich hier sehr gefreut habe und worüber ich auch froh bin sie nun wieder an meiner Seite zu haben, doch genauso gibt es eben auch in Sambia Menschen die ich unglaublich gerne bei mir hatte. Es ist nicht ganz leicht hier wieder neu anzufangen, aber dazu werde ich demnächst noch mehr schreiben. Zuerst kommt allerdings noch der eine oder andere Beitrag über meine Zeit in Sambia. Auch in den letzten Wochen ist nämlich wieder einiges passiert, was ich euch nicht vorenthalten möchte.

Nach den Osterferien hat in Sambia das 2. Schulterm gestartet, es war Immos und mein 3. Term und somit auch unser letztes. Außerdem war es echt mit Abstand unser eventreichstes Schulterm. Wir hatten vielleicht 2 Wochenenden, an denen nichts schulisches anstand. So stressig wie es auch war, genauso sehr habe ich auch alle Events genossen.Es hat mir das Gefühl gegeben, meine (leider) letzten Wochen richtig zu nutzen und vollkommen auszukosten. Abgesehen von den Wochenenden an denen oft größere Events anstanden, hatten wir auch unter der Woche viele Freundschaftsspiele, unter anderem mit Schulen von den anderen Freiwilligen, aber auch mit dem Rugby Club und anderen Schulen aus Livingstone.

Da Bilder meist mehr sagen, als 1000 Worten und sich vor allem die Freundschaftsspiele, vom Ablauf her natürlich oft geähnelt haben, werde ich davon hier nun ein paar Bilder einfügen. Danach gehe ich dann etwas mehr auf meine persönlichen Highlights ein.

Eines meiner Lieblingsevents in diesem Term entstand durch eine Kooperation zwischen dem Livingstone Rhinos Rugby Club und der Nekacheya School.
Wie ich schon mal in einem älteren Blogpost erwähnt habe, gibt es in Livingstone eine kleine Tag Rugby League, in der die Community Clubs ca. 1-2 mal im Monat gegeneinander spielen. Einige der Jungs, mit denen ich in Zimbabwe war, sind selbst Young Leaders/Coaches der Community Clubs, weshalb ich auch fast immer dabei bin und das Event unterstütze, oder auch einfach die super Stimmung genieße.
Dieses Term habe ich es auch endlich geschafft, mein eigenes Team zu einem Tag Rugby Turnier mitzubringen. Einer der Coaches vom Rugby, hat mich eine Woche lang unterstützt, den 3. Klässlern Tag Rugby beizubringen. Eine Woche war natürlich nicht viel Zeit, um eine neue Sportart zu erlernen, vor allem nicht für 3. Klässler, dennoch haben sich die Kids super geschlagen. Am Ende konnten wir ein Team zusammenstellen, dass an einem ganz besonderen Tag Rugby Turnier teilgenommen hat. An diesem Samstag waren wir nämlich nicht die einzigen Ehrengäste, es kamen zusätzlich 2 weitere Teams aus Zimbabwe, um an der League teilzunehmen.

Vor dem Turnier haben wir noch eine schnelle Trainingseinheit eingelegt, in der wir den Kids nochmal die 2 wichtigsten Regeln eingeflößt haben: RUN FORWARD, PASS BACKWARDS.
Schon beim Aufwärmen wurde klar, dass die anderen Teams natürlich sehr viel mehr Erfahrungen hatten, aber wir ließen uns davon nicht einschüchtern. Schließlich geht es wie immer darum Spaß zu haben.

Die Spiele begannen und wie zu erwarten, waren wir leider unterlegen. Trotzdem war die Stimmung super und die anderen Teams haben uns sogar mit Fangesängen unterstützt. Für die letzten beiden Spiele, haben wir uns dann ein paar Spieler vom Rugby Club ausgeliehen, wodurch wir sogar gewinnen konnten. Die Kids haben den Tag sehr genossen und am Ende haben wir sogar eine Rede von einem der Zimcoaches bekommen, der unsere Leistung für eine Woche Training sehr gelobt hat. Für mich persönlich war es ein wundervoller Tag, weil meine zwei liebsten Welten (Schule und Rugby Jungs/Club) aufeinander trafen und es super geklappt hat.

Ein weiteres Highlight war das Rugby und Netball Festival an der Acacia. Es war das erste große professionelle Sportfestival an der Acacia. Als der Coach das erste Mal die Idee gegenüber der Schulleitung und dem Board geäußert hat, haben diese sogar gezweifelt, ob die Schule überhaupt schon so weit ist, so ein großes Festival auszurichten. Doch am Ende hat sich viele Arbeit und Beständigkeit doch ausgezahlt: das Festival verlief super. Insgesamt kamen 4 Rugby Teams. Diese Jungs haben 7s (sieben in einer Mannschaft) Kontakt Rugby gespielt und 5 Netball Teams, unter anderem auch eins von der Nekacheya-School. Leider konnten wir keine Jungs für Kontakt Rugby bringen, da der Platz an der Nekacheya durch Sand, Steine und sogar Glasscherben, kein Kontakt Rugby Training zulässt. Trotzdem sind unsere Jungs bis zur Acacia gelaufen, um unsere Mädels anzufeuern.
Beide Sportarten wurden gleichzeitig auf zwei benachbarten Feldern gespielt, sodass alle Zuschauer leicht switchen und quasi beides gleichzeitig verfolgen konnten. Dadurch kam eine super Stimmung auf. Vor allem die spannenden Rugby Spiele der Jungs haben die Eltern zu Höchstleistungen im Anfeuern und Mitfiebern angetrieben.

 

Solch eine Stimmung hat man hier in Livingstone bei Sportevents leider selten, denn meist machen die Kids zwar durch Gesänge gute Stimmung, Eltern sieht man jedoch meist nur bei Sportevents der Acacia (International School). Das die Acacia Jungs und Mädels beide den 2. Platz gewinnen konnten hat zusätzlich zur Stimmung beigetragen.

An dem Turnier haben neben Clubs und Schulen aus Livingstone auch eine Schule aus Bulawayo, Zimbawe teilgenommen. Sie hatten eine eine Anfahrt von ca. 8 Stunden. Sie übernachteten zwei Nächte bei Gastfamilien. Für diese Schule wurde nach dem Turnier ein Programm organisiert, dass unter anderem den Besuch der Viktoria Falls beinhaltete. Gemeinsam mit dem Acacia School und Petra Rugby-School und Netball Teams, sind sie zu den Victoria-Falls gefahren und haben dort ca. 1,5h verbracht, bevor es zurück zur Schule ging. Dort endete der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen mit einer Diashow.

Zum Ende des 2. Schulterms standen ausserdem an beiden Schulen Interhouse Wettkämpfe an. Zwei Mal das gleiche Prinzip: die Schüler werden in Teams aufgeteilt und treten in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander an und sammeln dabei Punkte für ihr Team, zwei mal komplett verschieden umgesetzt.

Fangen wir chronologisch an, nämlich mit der Nekacheya, hier wurden die Schüler in 4 verschiedene Teams eingeteilt: rot, grün, blau und gelb. Die Schüler traten ausschließlich in Einzelwettkämpfen an und auf dem Programm standen Disziplinen wie: Sprint, Langstrecke, (afrikanischer) Hochsprung, aber auch Eierlauf und Sackhüpfen für die jüngeren. Immo wurde als Starter eingeteilt und ich habe (wie immer, weshalb ich übrigens auch nur wenig Fotos von mir selbst in Action habe) fotografiert und die Ergebnisse notiert. Auch wenn es zwischenzeitlich sehr chaotisch war, da sich ca. 350 Kinder auf dem Platz befanden, war die Stimmung dafür um so besser, es wurde ordentlich angefeuert und mitgefiebert. Am Ende gab es eine Preisverleihung, bei der jede Punktleistung verlesen wurde, der “Haus-Leiter” einen Pokal für das Team entgegengenommen hat und zusätzlich wurden die 3 Besten individuellen Athleten gekürt und bekamen eins von Immo gesponserten Sport-Schulshirts. Außerdem bekam das Team, welches sich am Besten verhalten hat, einen Pokal. (Hier eine Dia-Show mit Fotos. Es sind ziemlich viele, also wenn ihr Interesse habt, klickt euch gern mal durch.)

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An der Acacia wurden die Schüler (auf Grund der geringeren Schüleranzahl) nur auf 2 Teams aufgeteilt und es wurde in den Sportarten Fußball, Touch Rugby, Netball und Hockey um Punkte für ihr Team gekämpft. Hierbei standen zwar weniger Schüler am Feldrand und haben angefeuert, dafür kamen allerdings Eltern und haben mit angefeuert. Den ganzen Tag über blieb es spannend, welches Team gewinnen würde, da beide sehr ausgeglichen waren und abwechselnd gewannen.
Was mir hier besser gefallen hat, ist das wirklich jeder eine Chance bekommen hat, sogar mindestens an zwei Sportarten teilzunehmen. Durch die Schüleranzahl und den Einzelmodus war dies an der Nekacheya leider nicht der Fall, dafür gab es an der Acacia leider keine Siegerehrung, da die Spiele sich etwas verzögert haben und einige Eltern dann auch schnell nach Hause wollten.
Insgesamt waren es allerdings beides sehr schöne Tage und es war sehr spannend und schön die gesamte Schule auf unserem Lieblingsort, dem Sportplatz versammelt zu sehen.

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Als letztes möchte ich euch noch von 3 Turnieren erzählen, die von uns Freiwilligen organisiert wurden.
Das erste war ein Girls Sports Day, an dem 5 Mädelteams mit jeweils 12 Mädchen teilgenommen haben, alle Teams sind einen Zirkel durchlaufen, in dem sie jeweils 45min eine (neue) Sportart ausprobiert haben: Basketball, Tag Rugby, Netball, Handball und Fußball. Zwischendurch gab es noch Snack Pause mit Bananen und Orangen und eine Lunch Pause in der es klassisch Nshima mit Bohnen und Kohl gab. Dies war wohl das einfachste und entspannteste “Turnier”, dass wir organisiert haben, da wir uns bewusst für Qualität über Quantität entschieden haben. Deshalb wurden auch “nur” 5 Teams eingeladen. Alles verlief ohne Probleme und die Mädels hatten viel Spaß neue Sportarten auszuprobieren.
Unser zweites Turnier war ein 2 Tagesturnier Fußballturnier für U12 Jungs Teams. Insgesamt kamen 6 Schulteams mit jeweils 13 Jungs die wir auf 8 neue Länderteams aufgeteilt haben. Wir haben die Jungs bewusst durchgemixt, da wir nicht nur Fußballqualitäten teste, sondern auch Sozialfähigkeiten, wie Kommunikations- oder Teamfähigkeit fördern wollten. Zusätzlich hatten die Jungs durch das Übernachtungskonzept auch genug Zeit, sich kennen zu lernen und aufeinander einzustellen.
Das Turnier wurde als Mini-WM mit Gruppenphase und Finales gespielt. Am ersten Tag haben die Jungs die Gruppenphase gespielt und sind dann als Überraschung noch gemeinsam mit zwei meiner Mitfreiwilligen ins Captiol Theater gegangen. Dort wurde eines der WM-Spiele geschaut. Wie mir von meinem Projektpartner Immo berichtet wurde, haben die Kids sich sehr gefreut und laut mit gefiebert.
Auch der zweite Tag verlief sehr gut und alle Beteiligten haben das Turnier sehr genossen.

Ich selbst konnte leider nur am ersten Tag die Gruppenphase miterleben, da zu diesem Zeitpunkt meine zwei besten Freundinnen zu Besuch waren und dies (durch Arbeit/Uni + Flugverspätung) nur für 4 Tage. Ich wollte Ihnen natürlich auch noch andere Aspekte meines Lebens/ 2. Zuhauses zeigen. Auch wenn die Zeit sehr kurz, war bin ich sehr dankbar, dass die beiden vorbeikommen konnten und ich ihnen mein 2. Zuhause zeigen konnte. Ich bin mir sicher, dass sie mich jetzt sehr viel besser verstehen können, wenn ich in Deutschland von meinen Erlebnissen berichte. Zusätzlich hatten sie auch eine unvergessliche Zeit hier, wie sie mir versichert haben. Aber wie könnte man sich auch bei Safari (mit Elefanten, Krokodilen, Löwen, Nilpferden, Leopard etc.), Zipline über den Victoria Falls, Giraffen und Zebras im 5 Sterne Hotel gesehen und natürlich Besuch meiner zwei Schulen, Fußballturnier, Afrikanisches Nachtleben und, und, und, beschweren? Ja, wir haben die paar Tage die wir hatten, echt voll ausgenutzt.
Unser letztes Turnier war ein Fußball Turnier für U12 Jungs, U14 Jungs und Mädchenteams. Insgesamt hatten wir 18 Teams, die um den SOS Cup gespielt haben.
Die Teams haben erst in Gruppenphasen gespielt und dann um Platzierungen, alles in ihrer Altersklasse. Bei der Erstellung der Spielpläne haben wir darauf geachtet, dass alle Teams mindestens 4 x Spielen, sodass auch jeder auf seine Spielzeit kommt.
Von Turnier zuTurnier konnten wir immer mehr Erfahrungen sammeln und so wurde auch die Turniervorbereitung immer einfacher, da sich schon alles eingespielt hat.
Das Turnier war ein schöner Abschluss für unser Freiwilligenjahr und hat alles perfekt abgerundet, denn vor genau einem Jahr haben wir auf diesem Turnier unserer Vorgänger, unseren 2. Tag in Sambia verbracht.

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Leider konnte ich einige Fotos wegen technischer Probleme nicht hochladen, falls ich das Problem irgendwie lösen kann, werde ich das in einem der nächsten Beiträge nachholen.

Aber jetzt wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende.

Michelle