Rugby Update und unverhoffter Trip nach Lusaka

Nachdem ich euch das letze Mal vom Rugby erzählt habe, gibt es nun ein Update dazu: letztes Wochenende fand die League nämlich das 2. Mal statt. Im Vorhinein wurden Zettel an alle Eltern verteilt, die sie einerseits zum zugucken bei den Spielen eingeladen haben und andererseits darüber aufgeklärt haben, wie wichtig die Unterstützung der Eltern für die Kinder ist.
Und dies war ein voller Erfolg: am Tag der Rugby League kamen viele Eltern, um ihren Kindern beim Spielen zu zugucken und voller Begeisterung mitzufiebern. Die Stimmung war noch viel besser als beim letztem Mal, da auch die Kids sich alle Mühe gaben, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und durch viele Gesänge die Eltern zu unterhalten.
Am Ende der Spiele gab es dann mein persönliches Highlight: Die Eltern zogen dieTrikots ihrer Kids über, bildeten eigene Teams und spielten voller Begeisterung selbst 2 Spiele. Auch die Kinder waren kaum zu halten, als sie ihre Eltern spielen sahen und feuerten kräftig an.
Die ganze Zeit über habe ich wohl wie ein Honigkuchenpferd über beide Ohren gestrahlt, weil es mich so glücklich gemacht hat zu sehen, wie Eltern und Kinder gemeinsam so viel Spaß hatten. Außerdem war ich zugegebenermaßen auch einwenig stolz auf mich, da meine Anregung etwas bewirkt hat.
Ich kann nur hoffen, dass die Eltern genauso viel Spaß hatten, wie ich beim zu sehen und sie nun ihre Kinder mehr unterstützen und öfter zu den Spielen kommen. Allerdings bin ich da ziemlich guter Dinge, da man Ihnen wirklich den Spaß und auch den stolz angesehen hat. Einige Eltern kamen auch ganz stolz auf mich zu und haben mir ihre Kinder vorgestellt und gefragt, ob ich ein Foto von Ihnen machen kann.
Der ganze Vormittag bestand aus diesen Momenten, die man am liebsten einfangen würde und für schlechte Zeiten aufbewahren würde. Aber ich bin mir sicher, dass mir auch der Gedanke an diesen Tag noch lange ein Lachen ins Gesicht zaubern wird.

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Stolzer Vater nach dem Rugbyspiel seiner Tochter

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Eltern in den Rugbytrikots ihrer Kids, nach dem sie selbst gespielt haben

Am selben Abend gab es an der Acacia mal wieder ein Fundraising-Event, diesmal unter dem „Halloween Motto“. Die Kids haben sich verkleidet, wir haben kleine Mini-Spiele, wie Spinnenfischen oder Gruselkegeln angeboten und am Ende gab es sogar ein großes Feuerwerk. Aber auch wenn das alles sehr spaßig und schön war, konnte es lange nicht mit dem Rugby Event am Morgen mithalten.

Ich hänge übrigens schon wieder mit meinen Blogposts hinterher, was unteranderem mit einem unverhofftem Kurztrip in die Hauptstadt Lusaka zu tun hat.
Alles fing damit an, dass mein Daumen leicht gepocht und irgendwie gespannt hat. Am Anfang kam ich mir ziemlich blöd vor, als ich über Schmerzen in meiner Daumen Kuppe geklagt habe. Aber als es vor allem Nachts so schlimm geworden ist, dass ich nicht mehr schlafen konnte, weil ich das Gefühl hatte, dass mein Daumen platzt und sich mein Daumen auch langsam verformt/verfärbt hat, dachte ich, dass es vielleicht doch an der Zeit ist, ins Krankenhaus zu fahren. So kam es auch, dass ich meinen Sambischen Independence Day im Krankenhaus verbracht habe und leider nichts von Feierlichkeiten mitbekommen habe. Dort wurde mein Daumen dann behandelt, ich erspare euch an dieser Stelle mal alle weiteren Details, nur so viel: es war sehr schmerzhaft und unappetitlich. Die nächsten Tage sollte ich alles weiter beobachten und 5 Tage später zur abschließenden Kontrolle nochmal kommen. Allerdings sah mein Daumen am 4. Tag, als ich meinen Verband gewechselt habe, deutlich schlimmer aus und tat auch wieder mehr weh, weshalb ich beschloss schon früher zurück in die Klinik zu fahren. Dort war der Arzt mit seinem Latein ziemlich am Ende, beziehungsweise konnte er mir nicht weiterhelfen, da mein Daumen aufgeschnitten werden musste und er keine örtliche Betäubung setzen konnte. Long Story Short: Ich wurde nach Lusaka geschickt. Also musste ich schnell nach Hause, meine Sachen packen, um um 13uhr den letzten Bus zu bekommen, 10h später war ich dann in der Hauptstadt. Die folgenden Tage sahen dann immer gleich aus: Morgens in die Klinik, in der Hoffnung, dass ich danach einen Bus zurück nach Livingstone nehmen darf, doch 4 Tage wurde ich enttäuscht, jedes Mal wurde mir gesagt, dass ich noch dableiben muss. Zum Glück war ich nicht allein, da mich Hanna, eine meiner Mitfreiwilligen begleitet hat. Was übrigens auch sehr praktisch war, da ich zeitweise, eine Nadel für die Antibiotika zufuhr in der einen Hand und einen komplett verbundenen Daumen an der anderen Hand hatte.
Irgendwann durften wir dann allerdings doch endlich fahren und mittlerweile, ca. 2 Wochen später, sieht mein Daumen schon wieder fast normal aus. Wenn ich mich konzentriere, kann ich in auch Strecken, nur die Kuppe fühlt sich noch etwas taub an, aber das wird wohl auch bald wieder.
Es wird übrigens vermutet, dass das ganze von einem Spinnenbiss kam.

Was auch immer es war, mir geht es wieder gut und schwimmen kann ich auch endlich wieder. Jetzt wünsche ich euch einen schönen 1. Advent und hoffe, dass ich mich bald wieder bei euch melden kann, bevor bald die Ferien losgehen, stehen nämlich noch ein paar spannende Projekte an. Mehr dazu nächstes Mal,

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Nach dem Krankenhaus: Nadel in der einen Hand, verbundener Daumen an der anderen