Ein Highlight jagt das Nächste

Letzte Woche fanden abgesehen vom Schulalltag noch 2 Events statt, die ich so vorher noch nicht kannte. Angefangen mit dem World Teachers Day: am Donnerstag fiel für alle Kinder in Livingstone die Schule aus, denn die Lehrer feiert sich und ihre Arbeit. Dafür trafen sich alle Lehrer der Stadt und Umgebung, um gemeinsam durch die StaiSp_7ecpjnwdt zu marschieren. Jede Schule hat dafür ein Outfit gewählt, welche von Shirts mit Schullogo, bis hin zu ausgefallenen Kleidern reichten. Außerdem hatte jeden Schule ein eigenes Banner dabei.
Ein Mal durch die ganze Stadt marschiert, trafen alle auf einem großen Platz zusammen, auf dem sogar Zelte und Stühle aufgestellt waren. Insgesamt waren wir eh sehr beeindruckt, wie gut doch alles organisiert war. Auf dem Platz angekommen, haben wir versucht noch einen Schattenplatz zu ergattern, bevor dann auch schon die Show losging. Von Musik und Tanzeinlagen, über viele Reden bis hin zur Auszeichnung einzelner Lehrer von jeder Schule war alles dabei. Vor allem letzteres hat sich leider sehr in die Länge gezogen, da es hier sehr viele Schulen gibt, die meist sehr klein sind und nur 1-2 Klassen pro Jahrgang unterbringen können. Dementsprechend lange hat es gedauert, von jeder Schule 2-3 Lehrer auszuzeichnen. Am besten hat mir der Auftritt von einer Schule gefallen, bei dem die Lehrer gesungen haben und zwischendurch 4 Schüler über die Wichtigkeit von Bildung und Lehrer gerappt haben. Aber auch die traditionellen Tanzeinlagen haben mir gut gefallen.
Nach dem offiziellen Teil sind Immo und ich dann noch gemeinsam mit allen Lehrern der Acacia School essen gegangen. Insgesamt war es sehr spannend mit zu erleben, wie groß der „World Teachers Day“, von dem ich vorher noch nie etwas gehört habe, hier gefeiert wird.

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Die lange Schlange von Lehrern beim World Teachers Day

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World Teachers Day

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Lehrer Chor und Schüler die über Bildung rappen beim Teachers Day

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Traditionelle Tänzer beim World Teachers Day

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Outfit der Acacia School beim Teachers Day

Ein weiteres Highlight folgte am Samstag: der Fundraising Walk der Nekacheya School. Nachdem es die Nacht vorher und auch noch am Morgen stark geregt hat, dachten wir schon alles würde, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser fallen, doch zum Glück hat es pünktlich aufgehört zu regnen. Mit etwas Verspätung starteten wir also unseren Spendenlauf. Hier läuft das allerdings anders ab, als wir es aus Deutschland gewohnt sind: Alle Schüler und Lehrer haben sich wieder in der Stadt getroffen, zusätzlich kam ein Band und zwei Polizisten die uns eskortiert haben. Gemeinsam sind wir dann mit einem Banner, auf dem stand, dass wir Spenden für Bücher sammeln, durch die Stadt gelaufen. Viele Kinder hatten Boxen dabei mit denen sie dann zu Passanten gelaufen sind, welche im besten Fall Geld gespendet haben. Insgesamt sind wir ca. 3h durch die Stadt gelaufen, bis wir schließlich an einer Lodge ankamen, dort gab es für alle erschöpften Beteiligten ein Getränk und ein Brötchen. Außerdem wurde das gesammelte Geld gezählt: Insgesamt wurden während des Walks umgerechnet ca. 90 Euro eingenommen, wovon die Schule nun neue Bücher für die Kinder kaufen wird. Zu dem Geld was während des Walks gesammelt wurde, kommen noch weitere Spenden von einzelnen Unterstützern der Schule, sodass wohl einige neue Bücher und wahrscheinlich sogar weitere Computer angeschafft werden können. Ich denke, dass der Spendenlauf darüber hinaus auch den Zusammenhalt der Schule sehr gestärkt hat, da wir später auch darüber gesprochen haben, wie wichtig Unterstützung ist und ich denke, dass die Kids auch etwas mitnehmen konnten.

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Nekacheya Fundraising Walk

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Die Band beim Fundraising Walk für die Nekacheya Schule

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Immo mit den Kids beim Fundraising Walk 

Und das war noch nicht alles: Gestern Abend wurde an der Acacia School von den Kids ein Theaterstück aufgeführt. Abgesehen von der Herausforderung und Möglichkeit für die Kids ihr schauspielerisches Talent zu zeigen, eine weitere Veranstaltung, um Geld für die Schule einzusammeln. Es war ein sehr gelungener Abend, die Kinder hatten alle total viel Spaß und waren stolz ihre lange einstudierten Stücke zu zeigen und die ganze Schule hat zusammengefunden. Für Immo und mich war es auch spannend und schön die Kindern in anderen Rollen zu sehen. Jetzt wo wir schon so viel Zeit mit ihnen verbracht haben, waren wir wahrscheinlich fast genauso stolz, wie die Eltern neben uns, als wir unsere Schützlinge gesehen haben, wie sie eine super Show abliefern.

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Schoolplay von den Acacia Kids 

Nächste Woche haben die Kinder der Acacia School „Half Term“, dass bedeutet eine Woche Ferien und für uns eigentlich nur Arbeit an der Nekacheya School. Allerdings steht Anfang November ein Schwimmwettkampf für die Acacia Kids an, weshalb ich auch während der Ferien Schwimmtraining für das Schwimmteam anbieten werde.

Projekte, Umzug, Affenangriff

Die ersten 4 Arbeitswochen sind erfolgreich geschafft und endlich kann ich euch mehr von meinen Projekten erzählen.
Angefangen haben, mein Projektpartner Immo und Ich, mit einer Einführungswoche an der Acacia School, an der wir unteranderem den Schwimmunterricht geben. Hinzu kommt momentan noch PE (Sportunterricht) und Cricket. Während der Einführungswoche, haben wir uns zusätzlich in den Unterricht der verschiedenen Klassen gesetzt, um die Schüler und die Schule besser kennenzulernen. Besonders viel Spaß macht mir das Schwimmtraining.

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Schwimmtraining an der Acacia

Meist schwimme ich nachdem wir mit der Arbeit fertig sind auch noch selbst, dass tut nach einem kompletten Tag auf dem Sportplatz/ beim Schwimmtraining total gut. Nicht nur, weil es immer heißer wird, sondern weil ich dabei auch sehr gut abschalten kann. Danach heißt es dann ab aufs Fahrrad und nach Hause radeln (wobei der größte Teil des Rückweges berghoch geht und ich spätestens danach komplett kaputt bin).
Letzte Woche stand dann ein besonderes Highlite für die Acacia-Kids (und Immo und mich) auf dem Programm: für ein Cricket-Spiel ging es nach Simbabwe. Auch wenn unsere Schule das Spiel leider verloren hat, waren Immo und ich uns nach dem Tag trotzdem einig, dass es sich gelohnt hat für das Visa zu bezahlen und mitzufahren. Da wir so die Kids nochmal viel besser kennengelernt haben und uns diese Beziehung sicher im weiteren Trainingsverlauf helfen wird. Abgesehen davon, haben wir auf dem Hinweg endlich unsere ersten Elefanten in freier Wildbahn gesehen und dann gleich eine ganze Familie !

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Nach dem Cricket Spiel in Zimbabwe

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Das Cricket Team der Acacia

Zusätzlich zur Acacia haben wir letzte Woche begonnen an unserer zweiten Schule zu arbeiten: der Nakachya Primary School. Dort herrschen nochmal ganz andere Verhältnisse, im Gegenzug zur Acacia School: das gesamte Schulgelände ist sehr klein im Verhältnis zur Schüler Anzahl, der Sportplatz ist ein Sandfeld, dass sich mit einer anderen Schule geteilt wird und die Klassen sind wesentlich größer. Außerdem gibt es keinen Sportlehrer an der Schule, was bedeutet, dass kein Sportunterricht stattfinden würde, wenn Immo und ich nicht kommen würden. An drei Tagen der Woche fahren wir hier an die Schule, um den Kindern der Klasse 1-7 ein Mal die Woche Sportunterricht zu ermöglichen.
Unser drittes Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem SOS Kinderdorf hier in Livingstone statt. Hierfür werden wir zwei Gruppen von Kindern Schwimmunterricht geben. Allerdings hat das Training noch nicht begonnen, da wir erst unseren restlichen Zeitplan abwarten mussten. Darüber also im nächsten Blogeintrag mehr. Nach dem letzten Besuch im SOS Kinderdorf freue ich mich allerdings sehr auf die Arbeit mit den Kids, denn nachdem wir unser Meeting beendet hatten, kamen viele Kinder auf uns zu und wollten wissen wann wir vorbeikommen, um mit ihnen zu trainieren und wann das Schwimmtraining beginnen würde. Es war extrem schwer zu gehen, ohne den Kids genaue Antworten zu geben, da wir alles erst mit den anderen Schulen abklären mussten. Besonders erstaunt darüber, dass die Kids noch alle unsere Namen vom Fussballturnier am ersten Wochenende kannten und mit dem festen Vorhaben auch Zeit für dieses Projekt zu finden, haben wir das Gelände wieder verlassen.

Umzug
Abgesehen von den ersten Schulwochen, haben wir nun endlich auch unseren Umzug hinter uns gebracht. Das alte Haus war zwar mehr oder weniger perfekt, aber nachdem wir gleich zu Beginn erfahren haben, dass wir aus dem Haus raus müssen, da jemand anderes mehr Miete zahlen würde, war es doch schwierig sich richtig einzuleben.
Vor ca. 2 Wochen war es dann also soweit, wir mussten aus dem alten Haus raus und hatten inzwischen auch schon ein neues gefunden. Am gleichen Tag zogen auch die beiden Freiwilligen, die ihr Jahr in Simonga (ein Dorf ca. 20 Minuten von Livingstone entfernt) verbringen werden aus. Das Ganze machte den Umzug nochmal etwas komplizierte, da wir nur einen Truck hatten und unsere Sachen an verschiedene Standorte gebracht werden mussten. „Wohin fahren wir zuerst?“ „Welche Sachen werden auf den Truck geladen?“ „Welche Option ist am sinnvollsten?“ „Wie teuer wird das Ganze?“ nachdem wir uns mit dem Truckfahrer geeinigt hatten, konnte es schließlich losgehen.
Endlich mit unseren ganzen Sachen am Haus angekommen, waren wir erstmal ziemlich enttäuscht über den Zustand unseres Hauses. Im Gegensatz zu den Versprechungen unsere Hausverwalters, war weder das Haus geputzt (man muss dazu sagen, dass das Haus lange leer stand und in einem dem entsprechenden Zustand war), noch die Mauer fertig gebaut und Licht und Sanitäranlagen funktionierten auch nicht überall. Ziemlich ernüchtert haben wir also unsere Sachen vom Truck abgeladen und erstmal angefangen zu putzen und das nötigste für die erste Nacht fertig zu machen.
Inzwischen ist nun einige Zeit vergangen und während wir einige Probleme lösen konnte, sind neue aufgetaucht. Vor allem, die stetige Frage „Funktioniert das Wasser heute?“ hat uns schon den einen oder anderen Nerv geraubt. Doch man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben, richtig? Also haben wir inzwischen immer einige Wasserkanister auf Vorrat aufgefüllt, damit wir nicht all zu aufgeschmissen sind, falls mal wieder das Wasser für einige Tage nicht funktioniert. Und lasst euch sagen, die Freude, wenn man nach Tagen ohne Wasser nach Hause kommt, den Hahn aufdreht und tatsächlich Wasser fließt ist unbeschreiblich :D.

Affenangriff
Zum Abschluss noch ein paar Bilder von den Fällen, die wir bei unserem 2. Besuch kurz vor Schulbeginn aufgenommen haben. Dies war übrigens auch der Tag, an dem ich meine erste Bekanntschaft mit den Einheimischen Banbuns (Affen) gemacht haben. Wir wurden zwar des öfteren gewarnt kein Essen mit zu den Falls zu nehmen, da die Affen sehr hungrig sind, doch eine kleine Packung Zimt und Zucker (jemand anderes hatte übrigens die Eierkuchen dazu und wurde natürlich nicht attackiert) werden die wohl nicht riechen, dachte ich mir. Falsch gedacht oder einfach nur Pech gehabt, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hat uns, nachdem wir kurz vorher noch kleine mini Affen bestaunt hatten, ein riesiger Banbun verfolgt. Während alle anderen geradeaus gerannt sind, dachte ich es wäre schlau abzubiegen, doch als ich mich umgedreht habe um zu sehen, ob der Affe weiterläuft, sah ich ihn stattdessen auf mich zu kommen, dann ist er an mir hochgesprungen und hat mir meinen Beutel weggerissen. Wehrlos und voller Panik hab ich ihm natürlich meinen Beutel überlassen und dann sogar etwas erstaunt dabei zugesehen, wie er (mehr oder weniger) sorgfältig alles ausgeräumt, sogar den Reißverschluss von meinem Geldbeutel geöffnet, und sich dann doch nur über das Essbare, her gemacht hat. Den Rest hab ich dann auch wiederbekommen und unsere Eierkuchen haben wir auf einer Insel, ohne Affen aber leider auch ohne Zimt und Zucker genossen.
Bilder von dem Tag sagen wahrscheinlich wieder mehr als tausend Worte, darüber wie schön es wieder war:

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Der Affe während er sich über meine Sachen her macht

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Nachgestellter Affenangriff

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Bei den Victoria Fällen

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Immo beim fotografieren der Falls

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VicFalls

Entschuldigt bitte die lange „Blogpause“, ein kurzer Krankenhausaufenthalt (keine Sorge mir geht es wieder bestens!) und ein paar undurchdachte Versuche (wenn man schon ins Internetcafe fährt, sollte man vielleicht vorher gucken, ob der Laptop aufgeladen ist) später habe ich es nun auch endlich geschafft.

Liebe Grüße aus dem immer wärmer werdenden Sambia,
eure Michelle