Trip nach Lusaka und Victoria Fälle

„Afrika wird dir Geduld lehren“
Dies sollten wir in der letzten Woche in Lusaka am eigenen Leib erfahren.
Doch zunächst zurück zum Anfang: vor einer Woche sind wir 6 Freiwillige gemeinsam mit unserer Projektmanagerin Nina nach Lusaka gefahren. Nach langem hin und her, ob wir es wagen mit Ninas Auto zu fahren oder lieber mit dem Bus, haben wir uns schließlich für das Auto entschieden. Eine halbe Stunde nach der Abfahrt haben wir unsere Projektmanagerin dann das 1. Mal enttäuscht, wie sie uns später erzählt hat: Kurz nachdem wir Livingstone verlassen hatten sind wir nämlich alle samt eingeschlafen, wobei sich Nina schon gefreut hatte, uns mehr von Sambia zu zeigen. Allerdings sind wir auch alle früher oder später wieder aufgewacht, denn eins kann ich euch sagen: ich werd mich wohl nie wieder in Deutschland über schlechte Straßen beschweren. Denn was wir auf dem Weg von Livingstone nach Lusaka erlebt haben, hat sich an einigen Stellen mehr wie eine Achterbahnfahrt angefühlt. Wir sind aber natürlich alle heil in Lusaka angekommen und haben nach einigem Suchen auch die Gossner Mission gefunden, bei der wir wohnen durften und wo auch unser Einführungsseminar statt fand.
Sehr müde und nicht mehr ganz frisch ging es für uns nur noch zum Abendessen und dann gleich ins Bett.
Die folgenden Tage waren dann eine Mischung aus Seminar, andere Weltwärts-Freiwillige kennenlernen und uns um unser „Temporary Permit“ kümmern. Dabei stellte sich letzteres eindeutig als schwierigste Aufgabe heraus. Da wir nämlich vorbildlich alle unsere Unterlagen (sogar viel mehr als eigentlich nötig) dabei hatten, scheiterten wir dieses Jahr nicht an der Immigration. Dort ging alles ganz schnell, unsere Unterlagen wurden abgesegnet und man teilte uns mit, dass wir nun lediglich einen „bank certified cheque“ bräuchten, um zu bezahlen. Hat sich für uns zunächst ziemlich einfach angehört: rein in die Bank- Geld abgeben- Check mitnehmen. In der Theorie funktioniert das vielleicht so… nicht aber in Sambia. Der ganze Prozess hat uns letztendlich zwei ganze Tage gekostet und gleichzeitig viel Geduld gelehrt!
Aber schließlich haben wir unser „Permit“ bekommen, oder zumindest den ersten Beleg. Das richtige „Permit“ wird uns dann hoffentlich bald zu geschickt.
Allerdings können wir wohl auch mit dem Beleg schon vergünstigt zu den Falls und deshalb stand das nach unserer Ankunft in Livingstone gleich ganz oben auf der To-Do-List, aber dazu später mehr!
Aber zurück zum Seminar: abgesehen vom Warten in Banken, haben wir nämlich auch noch andere Sachen in Lusaka erlebt.
Eine Einheit wurde beispielsweise von einer Sambiarin geleitet, die uns noch genauer in Begrüßungsformen und andere Besonderheiten der Sambischen Kultur einführte und am letzten Tag auch gemeinsam mit uns sambisch kochte, es gab natürlich Nshima: ein aus Maismehl gekochter „Brei“, den man mit verschiedenen Beilagen mit der Hand isst:

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„Kampenta“ ein Fisch den man z.B. zum Nshima isst

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Traditionnelle Art Nshima Beilagen zu kochen

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Sophia versucht sich am Nshima kochen

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Nshima (die weißen Bälle) und Beilagen

Abgesehen davon war mein Highlight der Woche, der Besuch in der deutschen Botschaft. Dort wurden wir von Frank Hoffmann empfangen, der uns mehr über Sambias Geschichte, Wirtschaft und politische Situation erzählte. Außerdem berichtete er, welche Projekte von der Deutschen Botschaft unterstützt werden und wie die Entwicklungszusammenarbeit funktioniert. Gespannt habe ich zugehört wie der Botschafter von einem typischen Arbeitstag erzählt hat.
Am Ende hat er uns auch noch zum 3. Oktober in die Botschaft eingeladen, um dem Fest beizuwohnen, an dem sich viele Deutsche, die in Sambia leben, treffen und austauschen. Und auch wenn der Weg nach Lusaka sehr weit und im wahrsten Sinne des Wortes holperig ist, werden wir dieses Angebot wohl, wenn es irgendwie in unseren Zeitplan passt, dankend annehmen.
Nach einer spannenden Woche Seminar ging es für uns dann wieder zurück nach Livingstone.

Die Rückfahrt forderte uns dann wohl fast so viel Geduld wie die Visageschichte, denn nachdem Ninas Auto die ganze Zeit in Werkstatt war und nun endlich wieder problemlos lief, wachte ich ca. 1h nach Abfahrt davon auf, dass wir am Straßenrand anhielten. „Was ist denn jetzt schon wieder?“ dachte ich nur, „Wir haben einen Platten“ kam die Antwort sofort von vorn.
3 Stunden, 2 Kreislaufzusammenbrüche, einige nette Helfer und ein neuer Reifen später, ging die Fahrt dann endlich problemlos weiter. Schließlich sind wir also gegen Mitternacht wieder gut in Livingstone angekommen.
Da die lange Fahrt uns doch alle ziemlich geschlaucht hat, haben wir den nächsten Tag etwas ruhiger angehen lassen und nur unsere Wäsche gewaschen und uns am Nachmittag noch ein neues Haus angesehen, in welches wir vermutlich auch bald einziehen werden.
Am nächsten Tag war es dann endlich soweit: mit unseren vorläufigen Permits haben wir uns aufgemacht, um das erste Mal die Victoria Fälle zu bewundern. Auch wenn aktuell eher Trockenzeit ist, waren wir alle von dem Naturwunder beeindruckt.

1. x an den Victoria Fällen

Victoria Fälle im August

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Victoria Fälle im August

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Victoria Fälle im August

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Victoria Fälle im August

Und wer sich jetzt fragt, wann ich endlich mehr zu meinen Sportprojekten erzähle, dem kann ich schon mal berichten, dass wir inzwischen alle Projektstellen besichtigt haben und die Verantwortlichen kennengelernt haben. Alle haben uns freundlich begrüßt und gut aufgenommen. Einen richtigen Plan, wann ich wo arbeite, werde ich vermutlich in 2-3 Wochen aufstellen können. Übernächste Woche geht nämlich an der Schule, an der ich den Schwimmunterricht geben werde, der Unterricht wieder los und Immo und ich werden eine volle Woche nur an der Schule sein. Dabei können wir uns dann einen besseren Überblick verschaffen, wann was stattfindet und wo wir uns einbringen möchten. Um den Schwimmunterricht herum werde ich dann meine restliche Woche mit Sportunterricht und dem Girls in Action Projekt füllen. Aber dazu werde ich dann nochmal genauer mehr schreiben, wenn es soweit ist.

Zum Abschluss noch ein Foto vom Sonnenuntergang am Sambesi:

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Viele neue Eindrücke

Auf ins Abenteuer!
Am 02.08. war es dann also soweit, nach einer Nacht in der Nähe von München bin ich mit meiner Mutter und meiner Freundin Magda zum Flughafen gefahren. Nach dem letzten Abschied von den beiden ging es dann tatsächlich los: Zusammen mit den anderen Freiwilligen bin ich in den ersten Flieger nach Doha gestiegen. Den gesamten Flug habe ich damit verbracht mein Abschiedsbuch zu lesen und die eine oder andere Träne zu vergießen. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an jeden einzelnen, der sich die Zeit genommen hat mir ein paar Zeilen zu hinterlassen.
Von Doha aus ging es dann nach einem kurzen Aufenthalt weiter nach Johannesburg. Hier haben wir eine Nacht in einem schönen Hostel übernachtet, bevor es am nächsten Tag weiter nach Livingstone ging.
Dort angekommen, hat uns unsere Projektmanagerin Nina abgeholt und uns gleich zu unserem neuen zu Hause gebracht. Allerdings war an ausruhen gar nicht zu denken, da wir alle neugierig waren, unser neues zu Hause genauer kennen zu lernen. Also haben wir uns gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, um einen 1. Überblick zu bekommen und die ersten Besorgungen zu erledigen, dabei ging es natürlich als erstes zum Simkarten Shop (welche bis heute noch nicht funktionieren). Danach haben wir dann das erste Mal eingekauft, wobei wir doch ziemlich beeindruckt und auch etwas überfordert mit der doch sehr großen Auswahl waren.
Beim anschließenden ersten Essen in Sambia haben wir dann auch unsere Vorgängerfreiwilligen kennengelernt. Alle haben uns herzlich begrüßt und auch in den nächsten Tage hatten sie immer ein offenes Ohr für uns, haben uns alle Fragen beantwortet und Tipps für unsere Jahr gegeben.
Am Abend stand dann die Abschiedsfeier der Ehemaligen an und wir hatten die Gelegenheit erste Kontakte zu knüpfen.
Auch am folgenden Tag hatten wir gleich volles Programm: die Ehemaligen hatten nämlich ein letztes Fußballturnier organisiert, an dem ca. 140 Kinder teilnahmen und wir auch gleich richtig eingeplant waren. So ging es also am Morgen direkt zum SOS-Kinderdorf, wo das Turnier stattfand.
Das war echt super, weil wir so gleich einen Eindruck davon bekommen haben, was man alles organisieren muss und wie solch ein Turnier ablaufen kann.
Außerdem haben wir einen ersten Eindruck der Freude an Bewegung und der Energie der Kinder bekommen. Am meisten waren wir wohl alle von den Tanzkünsten der Kids beeindruckt und was für eine super Atmosphäre während des gesamten Turnier herrschte.
Während der Pausen zwischen den einzelnen Spielen gab es zusätzlich „lifeskillsessions“, bei denen Themen wie Hygiene, HIV und Gruppenzwang angesprochen wurden.
Das Turnier ging den ganzen Tag über und nach den letzten anstrengenden Tagen, haben wir am Abend noch gemeinsam gekocht und gegessen und sind dann ziemlich tot ins Bett gefallen.
Und auch der nächste Tag sollte nicht langweilig werden, da wir uns dazu entschieden haben mit einem der Ehemaligen zusammen bei einem Rugbyturnier zu zusehen.

Am Abend hatten wir bei einem Braii (Barbecue) die Chance die meisten unsere zukünftigen Projektpartner kennen zu lernen, dass heißt es wurde gegrillt, es lief Musik und wir haben mit den (Schul-)Leitern unserer Projekte gesprochen. Gleichzeitig haben sich die Ehemaligen von ihren Projektpartnern verabschiedet.
Heute war dann alles etwas entspannter, da die Ehemaligen ihre Sachen packen und wir so auch etwas Zeit haben, anzukommen. Nur am Vormittag haben mein Projektpartner Immo und ich die Gelegenheit genutzt, dass Niklas (ein Ehemaliger) noch zur Acacia (eine unserer Einsatzstellen) musste, also sind wir gleich mitgefahren, um uns die Schule anzuschauen. Auf dem Rückweg haben wir noch den Sportkoordinator eingesammelt, um gemeinsam über die Zukunft des Schwimmunterrichts zusprechen.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass ich schon in den ersten Tagen in Sambia eine Menge erlebt habe und viele Eindrücke sammeln konnte. In den nächsten Tagen werden wir dann alle Projekte einzeln besuchen, um die Gegebenheiten besser kennenzulernen.

Ich hätte nicht gedacht, dass an den 1. Tagen schon so viel passieren würde.
Ich bin also gespannt und freue mich auf alles weiter, was uns in den nächsten Tagen noch erwartet.